Schätzbilanz: Hamburg muss zurück auf den Klimapfad

30. Juni 2026 | Verkehr, Energiewende, Energie, Klimaschutz, Klimawandel

BUND Hamburg: Senat muss Verantwortung übernehmen und Klimaschutz deutlich verstärken

Die heute veröffentlichte Schätzbilanz zeigt, dass Hamburg seinen Reduktionspfad verlassen hat. Statt die Treibhausgasemissionen weiter zu senken, sind sie gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Um das gesetzliche Klimaziel von 70 Prozent weniger CO₂ bis 2030 gegenüber 1990 noch zu erreichen, muss der Senat die Klimaschutzmaßnahmen in Hamburg deutlich verstärken.

„Die Zahlen sind ein Warnsignal. Jetzt muss der Senat Verantwortung übernehmen und zeigen, wie er Hamburg wieder auf den Klimapfad bringen will. Die Klimakrise wartet nicht auf politische Debatten. Gerade deshalb ist es wichtig, dass Fehlentwicklungen früh sichtbar werden und Konsequenzen haben“, sagt Sabine Sommer, Vorsitzende des BUND Hamburg.

Aus Sicht des BUND besteht insbesondere im Verkehrssektor dringender Handlungsbedarf.

„Wer die Emissionen im Verkehr wirksam senken will, muss bereit sein, den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren. Das gelingt nur, wenn die Menschen mitgenommen werden und die Verkehrswende transparent und gemeinsam gestaltet wird. Klimabürgerräte können dafür ein wichtiger Baustein sein“, so Sommer weiter. „Der Neubau von neuen Autobahnen wie der A26 Ost fördert ein erhöhtes Verkehrsaufkommen und vernichtet gleichzeitig natürliche Senken, in Form von Torfböden. Emissionsreduktion allein wird aber nicht reichen. Hamburg muss seine natürlichen Kohlenstoffsenken gezielt stärken: Renaturierung und Vernässung von Mooren und Feuchtgebieten in der Metropolregion, Schutz und Weiterentwicklung innerstädtischen Grüns, der städtischen Wald- und Grünflächen. Diese Maßnahmen binden CO₂, verhindern weitere Emissionen aus entwässerten Moorböden und verbessern das Stadtklima bei gleichzeitig höherer Lebensqualität.“

Die Schätzbilanz macht erstmals bereits nach einem halben Jahr sichtbar, inwiefern Hamburg beim Klimaschutz auf Kurs ist. Diese Transparenz ist ein wichtiger Erfolg des Zukunftsentscheids und der Weiterentwicklung des Hamburger Klimaschutzgesetzes. Ziel ist es, bis 2030 mindestens 50 Prozent des Wärmebedarfs durch erneuerbare Energien und unvermeidbare Abwärme zu decken. Dieses Ziel ist nur erreichbar, indem die Fernwärme konsequent dekarbonisiert und der Fernwärmeausbau deutlich beschleunigt wird. Nicht zuletzt muss Hamburg dafür sein Instrument der Anschluss- und Benutzungsgebote in Fernwärme-Vorranggebieten tatsächlich einsetzen. Parallel braucht es eine verbindliche kommunale Sanierungsquote für den öffentlichen Gebäudebestand – und Hamburg muss als Eigentümer vorangehen.

„Die SAGA als größtes kommunales Wohnungsunternehmen und größter Vermieter in der Stadt ist bei der Sanierung weit abgeschlagen. Das hat keinen Vorbildcharakter für private Unternehmen und Eigentümer. Hier muss deutlich mehr passieren: Mieterstromangebote müssen geschaffen werden, die Sanierungsgeschwindigkeit angehoben und eine schnelle Realisierung beim Ausbau regenerativer Wärme- und Stromversorgung ist sicherzustellen“, so Sommer.

Der BUND fordert den Senat auf, nach Veröffentlichung der Schätzbilanz transparent darzulegen, mit welchen zusätzlichen Maßnahmen Hamburg wieder auf den Klimapfad gebracht werden soll. Die Schätzbilanz für 2025 darf kein Bericht für die Schublade sein. Sie muss der Ausgangspunkt für konsequentes Handeln sein und zeigen, dass politische Versprechen eingehalten werden.

 

Bei Rückfragen: 
Milena Fischer, Leitung Kommunikation, 040 / 600 387-12, kommunikation(at)bund-hamburg.de

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