200.000 Gebäude ohne Fernwärmenetz: Hier entscheidet sich der Erfolg der Hamburger Wärmewende

16. Juni 2026 | Energie, Energiewende, Klimawandel, Klimaschutz

BUND-Kommentar zur Hamburger Wärmeplanung

Die Hamburger Wärmeplanung zeigt: Die eigentliche Herausforderung der Wärmewende liegt bei den rund 200.000 Gebäuden, die künftig nicht an ein Fernwärmenetz angeschlossen werden können. Für sie braucht Hamburg jetzt eine konkrete Strategie für Wärmepumpen und Quartierslösungen, um klimafreundliches Heizen auch hier möglich zu machen.

Die heute vorgestellte Wärmeplanung ist ein wichtiger Schritt für den Klimaschutz. Sie schafft Orientierung und macht deutlich, dass die Wärmewende nur mit einer strategischen Planung für die ganze Stadt gelingen kann. Positiv ist auch, dass Hamburg mit dem Wärmeportal Eigentümerinnen und Eigentümern erstmals eine konkrete Hilfestellung für anstehende Heizungsentscheidungen bietet.

Gleichzeitig zeigen die vorgestellten Zahlen die Dimension der Aufgabe: Während rund 21.000 Gebäude künftig an Wärmenetze angeschlossen werden sollen, benötigen etwa 200.000 Gebäude andere klimafreundliche Lösungen. Damit entscheidet sich der Erfolg der Wärmewende vor allem außerhalb der Fernwärmenetzgebiete.

Deshalb reicht es nicht, Wärmenetzgebiete auszuweisen. Der Senat muss nun darlegen, wie der notwendige Hochlauf von Wärmepumpen und anderen dezentralen Lösungen konkret gelingen soll. Förderprogramme, Energieberatung und die Energielotsen sind wichtige Bausteine. Angesichts der Größenordnung der Aufgabe braucht es jedoch zusätzlich gezielte Unterstützung, besonders für Quartierslösungen, Wohnungseigentümergemeinschaften, Genossenschaften und große Wohnungsunternehmen, um dezentrale Lösungen effektiv anzugehen.

Positiv ist das klare Bekenntnis des Senats, sich von klimapolitischen Rückschritten auf Bundesebene nicht ausbremsen zu lassen. Die Wärmewende braucht jedoch langfristige Planungssicherheit. Bund und Länder müssen dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen für klimafreundliches Heizen und energetische Sanierungen verlässlich bleiben. Denn für eine Dekarbonisierung ist die Wärmewende einer der zentralen Hebel.

Die Wärmeplanung zeigt den Weg. Jetzt kommt es darauf an, die Umsetzung schnell voranzubringen. Denn ob Hamburg seine Klimaziele erreicht, entscheidet sich nicht auf den Planungskarten, sondern in den Quartieren und Heizungskellern der Stadt.

Bei Rückfragen:

Luca Heinle, Referentin für Flächenschutz, Telefon: 040 / 600 387-17, flaechenschutz(at)bund-hamburg.de

Milena Fischer, Leitung Kommunikation, 040 / 600 387-12, kommunikation(at)bund-hamburg.de

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