BUND-Landesverband Hamburg

Nisthilfen

Die meisten Wildbienenarten bevorzugen Wärme und Trockenheit. Und da Großstädte „Wärmeinseln“ in der Landschaft sind, können sie potenziell vielen Arten eine Heimat bieten. So können Kleinparadiese für diese Tiere entstehen, wenn geeignete Blüten sowie Bruthabitate vorhanden sind – zum Beispiel Spalten, Löcher oder offene Bodenstellen.

Nisthilfe selber bauen

Schon mit einer leeren Konservendosen, gefüllt mit hohlen Pflanzenstängeln (z.B. Bambus, Schilfhalme oder Japanknöterich) können wir hohlraumbewohnenden Wildbienenarten eine Nistmöglichkeit geben und sie so in unserer Umgebung ansiedeln. Wir zeigen Ihnen, wie es geht!

Material

Für die Nisthilfe brauchen Sie eine leere, ausgespülte Konservendose, hohle Pflanzenstängeln (z.B. Bambus, Schilfhalme (Reet) oder Japanknöterich) sowie eine Säge (für den Bambus) und Scheren (für das Reet). Die Scheren sollten möglichst scharf sein, um einen glatten Schnitt zu ermöglichen.

Bambus

Beim Material sollten Sie auf die Qualität des Bambus achten. Rissige, spröde Bambusstäbe eignen sich nicht für den Bau einer Nisthilfe. Durch Öffnungen im Material können Bakterien und Pilze in die Brutröhren eindringen und die Brut befallen.

Zuschnitt A

Mit einer Holzsäge lässt sich der Bambus auf die richtige Länge bringen. Die Länge der Brutröhren richtet sich nach der Länge der Konservendose.

Zuschnitt B

Das Reet kann mit einer Schere zugeschnitten werden. Wichtig ist, dass die Halme nicht splittern und nicht zerdrückt werden. Denn sonst können die Flügel der Wildbienen beim Hineinkriechen beschädigt werden.

Zuschnitte

Die Zuschnitte sollen je nach Dose ca. 10-20 cm lang sein und in etwa gleichlang sein. Wird die Dose am Ende unter einem Dach angebracht (z.B. auf dem Balkon), können die Halme gerne auch etwas aus der Dose herausschauen. Wird die Nisthilfe komplett im Freien aufgehängt, sollten die Brutröhren nicht länger sein als die Dose.

Bevor es in die Dose geht...

...achten Sie darauf, wo sich die Knoten (Verdickungen) der Bambusstäbe befinden. An den Knoten sind die Bambusstäbe geschlossen, daher sollten diese im hinteren Teil der Dose liegen und die offene lange Röhre nach vorne zeigen.

Die Konservendose

Die Dose sollte gut ausgespült und getrocknet sein. Dann können die Zuschnitte in die Dose gesteckt werden. Füllen Sie die Dose komplett aus, so dass etwas Druck entsteht. So verhindern Sie ein Herauswehen einzelner Halme.

Der richtige Standort

Nisthilfen sollten an einem sonnigen, warmen Standort angebracht werden, vor Regen und Wind geschützt. Zudem sollte die Anbringung stabil, frei zugänglich und so befestigt sein, dass die Nisthilfen aus größerer Entfernung von Wildbienen gefunden werden können.

Vorfreude

Achten Sie beim Anbringen der Nisthilfen auch darauf, dass Sie die Nisthilfen im Blick behalten können - zum Beobachten und Genießen, aber auch um etwaige Schäden oder Verunreinigungen beheben zu können.

Erfolge

So sieht es aus, wenn Wildbienen die Stängel zum Nisten angenommen haben und diese verkapselt haben. So unterschiedlich die Wildbienen, so verschieden auch ihre Ansprüche und die bevorzugte Lochgrößen: Maskenbienen: 2,5-4mm; Scherenbienen: 3,5-4mm; Mauerbienen: 4-10mm.

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Anbringen einer Nisthilfe

Man kann sich für die Anbringung von Nisthilfen drei „S“ merken: sonnig, sichtfrei, stabil. Nisthilfen sollten in der Sonne und möglich vor Regen und Wind geschützt, frei zugänglich und so befestigt sein, dass die Nisthilfen aus größerer Entfernung von Wildbienen gefunden werden können. Außerdem ist eine stabile Befestigung wichtig, so dass sie nicht im Wind wackeln oder gar baumeln.  

Bei der Auswahl des Ortes für Nistplätze gibt es daher einiges zu beachten:

  1. Nur wo es warm und trocken ist: So ziemlich das Schlimmste, was der Wildbienenmutter passieren kann, ist Pilzbefall: Wenn sich in den Brutkammern der Schimmelpilz einnistet, war all ihre Mühe umsonst. Deshalb ist Trockenheit das A & O für Wildbienen. 
  2. In Naturlandschaften bietet ein sandiger Untergrund meist einen guten Standort für Wildbienen. Auch Spalten in Felswänden oder abgeknickter Schilff stellen eine geeignete Unterkunft dar.
  3. In Kulturlandschaften ist es etwas schwieriger. Reetdächer oder ein alter Zaunpfahl können aber auch durchaus das Domizil von Wildbienen darstellen. Auch aufgeschütteter Sand bietet Wildbienen einen möglichen Unterschlupf - allerdings nur, wenn dieser nicht irgendwann weggebaggert wird!

Worauf gilt es besonders zu achten?

  • Gefahr durch Schimmelpilze: Ist es nicht ein äußerst riskantes Unterfangen, seine Eier in einem kleinen, engen Hohlraum abzulegen, in dem es schnell feucht wird? Ein solcher Hohlraum ist eine ideale Brutstätte für Schimmelpilze, und deshalb bevorzugen Wildbienen Trockenheit und gute Durchlüftung. Ytongsteine aber ziehen besonders leicht Feuchtigkeit an, in ihnen verpilzt die Brut fast unweigerlich. Leider werden im Handel auch Beobachtungsnistkästen aus Glas oder Plexiglas angeboten, in denen man die Entwicklung der Brut beobachten kann – zwar pädagogisch wertvoll, aber in diesen nicht atmenden Substanzen verpilzen Eier, Larven oder Puppen schnell. 
  • Gefahr durch Verletzungen: Eine Biene kriecht immer rückwärts in ihre Brutgänge – deshalb kann sie ihre empfindlichen Flügel leicht verletzen, wenn Splitter am Holz oder an den Stängeln sind.
  • Energieverschwendung für Wildbienen: Um die Brutkammer zu verschließen, muss sie viel Energie, Zeit und Material investieren. Deshalb wird eine Wildbiene nur im Notfall Löcher besiedeln, die eigentlich zu groß für sie sind.
  • Stroh ist ungeeignet: Auch Lehmflechtwände, in denen Lehm und langes Stroh miteinander gemischt sind, eignen sich nicht für Wildbienen: Das eingelagerte Stroh verhindert meist die Anlage von Nestern. 

Weitere Nistmöglichkeiten schaffen

Frühlings-Seidenbiene

Insektenhotel gebaut und jetzt? Geholfen ist damit nur einem Teil aus dem breiten Spektrum der Wildbienen. Warum? Zunächst einmal können etwa 2/3 der Arten mit Insektenhotels nichts anfangen: Sie siedeln im Boden, wo der nackte Sand oder Lehm zutage tritt, weich, aber fest genug, um darin Löcher zu graben. Und darüber hinaus ist das A & O des Überlebens von Wildbienen die Nahrung: Pollen und Nektar - und da könnte sich noch Vieles verbessern.

Wer geeignete Wildbienenpflanzen in seinem Garten oder auch auf seinem Balkon pflanzt oder sät, tut zugleich etwas für die Vielfalt der Blütenbesucher insgesamt. Hier fühlen sich Schwebfliegen, Schmetterlinge und Käfer wohl, keineswegs nur Wildbienen.

Welche weiteren Lebensräume für Wildbienen zum Nisten wichtig sind und was Sie dafür tun können haben wir hier für Sie zusammen gefasst: 

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Offener Boden

Wer zum Beispiel im Garten Bereiche mit sandigem oder lehmigem Boden für Wildbienen reserviert (und diese möglichst nicht betritt), tut besonders vielen Arten Gutes. Vielleicht haben Sie ein ungenutztes Beet, einen ausgedienten Sandkasten oder einen großen Blumentopf? Der Boden sollte nicht zu locker und keinesfalls gewaschen sein, am besten ist lehmiger Sand, in dem die Brutkammern stabil sind. Außerdem ist es wichtig, dass die Flächen umrandet sind, damit der Sand nicht beim ersten Regen weggeschwemmt wird. Aus den Arealen lassen sich dekorative Ecken formen, indem Sie zum Beispiel kleine Hügel anhäufen oder Steine hineinlegen.

Hartes oder totes Holz

Auch wenn das Bohren mühsamer ist: hartes Holz (Eiche, Buche, Lärche etc.) ist besser für Wildbienen als weiches! Denn Bruthöhlen von weichem Holz, wie das von Nadelbäumen, quellen bei Feuchtigkeit zu und die Brut ist verloren. Wichtig ist, dass sich an den Bohrungen keine Splitter mehr finden. Deshalb sollten die Löcher mit Schleifpapier oder Ähnlichem glatt geschliffen werden.

Gut für die Wildbienenvielfalt sind auch verschiedene Loch-Durchmesser, die von 2 bis 9 mm reichen können. Und wie lang sollten die Bohrlöcher sein? Sie sollten ca. 10cm lang sein, aber meistens gibt der Standardbohrer die Länge vor.

Übrigens kann man auch ganze Holzstämme verwenden. Es wird empfohlen, die Löcher quer zur Wuchsrichtung, also von der Borke aus zu bohren.  Auch totes Holz, das bereits morsch ist, wird zum Beispiel von Holzbienen genutzt, die darin ihre Gänge selber anlegen.

Gefüllte Halme

Im Gegensatz zu den hohlen Halme, die waagrecht liegen sollten, müssen Halme mit Mark im Inneren senkrecht oder zumindest schräg stehen– ein bedeutender Unterschied! Geeignet sind die Stängel von Brombeere oder der hochwüchsigen Königskerze. Holunderstängel werden nicht so gerne angenommen. 

Steile Wände

Eine lehmige Steilwand wird von besonders vielen Wildbienenarten angenommen. Eine solche Wand können Sie sehr einfach selbst herstellen, indem Sie eine Kiste mindestens 15 cm dick mit einer feuchten Lehm-Sand-Mischung füllen und einige flache Löcher hineindrücken. Die Bienen erweitern diese Löcher dann später selber! Wenn die Lehm-Sand-Mischung getrocknet ist, darf sie nicht zu fest sein, sie muss mit dem Fingernagel leicht abzukratzen sein. Alternativ können Sie auch gebrannte Niststeine bestellen, die bereits mit Löchern versehen sind.

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