Schrottkanus an der Alster: Politik muss jetzt handeln, um wertvolle Lebensräume zu schützen

14. November 2025 | Alster, Lebendige, Artenschutz, Naturschutz, Gewässer

Gemeinsame Pressemitteilung von BUND Hamburg und NABU Hamburg

Das Kooperationsprojekt Lebendige Alster von BUND und NABU schlägt Alarm: An den Ufern der Alster liegen über 800 wild gelagerte Kajaks, Kanus und SUPs, viele davon verwittern, rosten oder verrotten seit Jahren. Das hat ernste ökologische Folgen.

Das Projekt Lebendige Alster sagt dazu: „Diese Boote sind nicht nur Müll am Ufer. Sie bedrohen aktiv Brutplätze, zerstören Vegetation und setzen Schadstoffe frei. Die Alster ist ein Naturraum mitten in der Stadt. Wir brauchen dringend klare Lösungen, damit sie für Tiere und Menschen lebendig bleibt.“

Die Ufer der Alster sind sensible Lebensräume und Brutgebiete für Wasservögel wie Haubentaucher, Bläß- und Teichhühner, Reiherenten oder Schwäne. Das Hinein- und Herausziehen von Booten zerstört Vegetation, verdichtet Böden und verdrängt Tiere aus ihren Rückzugsräumen. Besonders gravierend: Nester sind oft kaum erkennbar. Jede Störung kann dazu führen, dass Bruten verloren gehen oder Jungtiere schutzlos zurückbleiben.

Hinzu kommt, dass viele der Boote aus Kunststoffen bestehen, die nicht verrotten, sondern über Jahre in Mikroplastik zerfallen. Dabei gelangen Weichmacher, Harze oder Lösungsmittel in Boden und Wasser. Fasern aus Glasfaser- oder Kohlefaserverbundstoffen können für Tiere gefährlich werden, wenn sie verschluckt oder zum Nestbau genutzt werden.

Die Naturschutzverbände sehen daher vor allem die Politik in der Verantwortung. Obwohl Bezirke und Umweltbehörde das Problem seit Jahren kennen, fehlt weiterhin eine konsequente Strategie zur Entfernung und Entsorgung der Boote sowie zur Verhinderung neuer illegaler Ablageplätze. Was fehlt, ist entschlossenes Handeln und ausreichende finanzielle Ausstattung.

BUND und NABU fordern:

  1. Ein koordiniertes, überbezirkliches Vorgehen zur Entfernung verwahrloster Boote.
  2. Ein dauerhaft finanziertes Entsorgungskonzept, das nicht an Zuständigkeitsfragen scheitert.
  3. Klare und sichtbare Regelungen für Lagerplätze, inklusive bezahlbarer Alternativen für private Bootshalter.
  4. Verstärkte Aufklärung und Kontrollen entlang der Uferzonen.

Außerdem appellieren die Naturschutzverbände an die Bootshalterinnen und Bootshalter, die Alster respektvoll zu nutzen und ihre Boote ausschließlich an offiziellen Stegen, Bootshäusern oder privaten Liegeplätzen zu lagern. Jede Rücksichtnahme helfe, Brutplätze zu schützen und Natur zu bewahren. Aktuell werden bei Ansammlungen illegal gelagerter Kanus Bootshalter durch Aushänge des Projekts Lebendige Alster auf die Problematik aufmerksam gemacht.

„Die Alster ist für viele von uns ein Naherholungsgebiet und ein besonderer Ort in Hamburg. Damit sie lebendig bleibt, braucht es jetzt klare Schritte der Stadt und verantwortungsvolle Entscheidungen aller Nutzerinnen und Nutzer“, so das Projekt Lebendige Alster.

 

Weiterführende Informationen: Für eine lebendige Alster in Hamburg - Lebendige Alster

 

Pressefotos: Schrottkanus | Flickr

 

Bei Rückfragen:
Daniel Ruppert, Projekt Lebendige Alster, Tel.: 040 / 600 387 19, daniel.ruppert(at)bund-hamburg.de

Milena Fischer, Leitung Kommunikation BUND, Tel.: 040 / 600 387-12, kommunikation(at)bund-hamburg.de

Ilka Bodmann, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit NABU, Tel. 040 / 69 70 89-24, bodmann(at)nabu-hamburg.de

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