Hamburg öffnet seine Heizungskeller: Wärmepumpen im Praxistest

03. November 2026 | Bildungsangebote, BUND, Energie, Energiewende, Klimaschutz, Klimawandel, Mitmachtermine

Vom Hochbunker bis zum Reihenhaus: Am 21. November zeigen Hamburger, wie klimafreundliches Heizen im Alltag funktioniert

Wie funktioniert eine Wärmepumpe in einem über 100 Jahre alten Gebäude? Was kostet das Heizen tatsächlich? Und wie aufwendig ist die Umstellung von einer Gasheizung? Antworten aus erster Hand gibt es am Samstag, 21. November, beim bundesweiten Tag des offenen Heizungskellers. Auch in Hamburg öffnen zahlreiche Gastgeber ihre Türen und zeigen, wie sie ihre Gebäude klimafreundlich beheizen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich.

Die Bandbreite der Hamburger Beispiele ist groß: In Ottensen können Interessierte eine außergewöhnliche Heizungsanlage in einem ehemaligen Hochbunker besichtigen. Das Gebäude von 1942 wurde zu einem Wohnhaus mit 15 Wohnungen umgebaut. Eine Erdwärmepumpe mit großem Eisspeicher versorgt die Wohnungen mit Wärme und ermöglicht im Sommer eine energiesparende Kühlung.

„Wir nutzen den Eisspeicher im Sommer zur Kühlung des Gebäudes und speichern dabei Wärme, die wir im Winter zum Heizen nutzen können. Das ist für mich eine besonders spannende Lösung, weil sie Klimaschutz und die Anpassung an heißere Sommer miteinander verbindet“, berichtet Sebastian Schröder, der die Anlage betreut. Neben dem Hochbunker zeigt er auch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in einem Gebäude von 1892.

Dass Wärmepumpen auch in größeren Wohngebäuden funktionieren, zeigt die Wohnungsbaugenossenschaft Altonaer Spar- und Bauverein (altoba). In einem Mehrfamilienhaus von 1937 mit 13 Wohnungen wurde die bisherige Gaszentralheizung im Zuge einer energetischen Modernisierung durch zwei Luft-Wasser-Wärmepumpen ersetzt.

„Gern zeigen wir, wie die Umstellung auf eine klimafreundliche Heizung auch in einem älteren Mehrfamilienhaus gelingen kann, das keine Option auf einen Anschluss an die Fernwärme hat“, sagt Burkhard Pawils, Vorstandsvorsitzender der altoba. Die Modernisierung wurde Ende 2025 abgeschlossen.

In Schnelsen öffnet Andreas Scheel sein Reihenendhaus aus dem Jahr 1992. Er hat seine frühere Gasheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt und nutzt zusätzlich eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher. Sein früherer Gasverbrauch lag bei rund 19.000 Kilowattstunden jährlich. Heute benötigt er nach eigenen Angaben rund 2.500 Kilowattstunden Strom für Heizung und Warmwasser.

„Die Anlage läuft unglaublich gut. Wir erzeugen mit unserer Photovoltaikanlage über das Jahr etwa so viel Strom, wie wir insgesamt verbrauchen, einschließlich unserer beiden Elektroautos. Viele Menschen können sich kaum vorstellen, wie das funktioniert. Deshalb möchten wir unsere Erfahrungen weitergeben“, sagt Andreas Scheel.

Auch in Stellingen gibt es praktische Einblicke. Wolfgang Stidl zeigt verschiedene Wärmepumpenlösungen und erläutert anhand von Verbrauchsdaten aus drei Jahren, wie die Anlagen arbeiten und wie sie mit Photovoltaik und Batteriespeichern zusammenspielen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Wärmepumpen in Bestandsgebäuden mit klassischen Heizkörpern.

„Eine Wärmepumpe funktioniert anders als eine Gasheizung. Sie arbeitet mit niedrigerer Leistung und dafür kontinuierlicher. Das wird für Altbauten mit Heizkörpern entsprechend berücksichtigt, so sind die Anlagen komfortabel und sehr effizient“, erklärt Stidl. Für engagierte Heimwerker bietet er außerdem Informationen zu Möglichkeiten und Grenzen des Einbaus in Eigenleistung.

Der BUND Hamburg organisiert den Tag des offenen Heizungskellers, um die Wärmewende vor Ort voranzubringen. Ziel der Aktion ist es, praktische Erfahrungen mit klimafreundlichen Heizungen zugänglich zu machen, Fragen zu beantworten und Unsicherheiten abzubauen. In Hamburg engagieren sich neben dem BUND Hamburg auch GermanZero Hamburg, die Gemeinwohl-Ökonomie und die Hamburger Energielotsen. Bundesweit wird der Aktionstag von einem Bündnis aus BUND, Campact, co2online, GermanZero, Greenpeace und dem Solarenergie-Förderverein Deutschland getragen. 

Kostenlos anmelden und Heizungskeller besuchen

Der Tag des offenen Heizungskellers findet am Samstag, 21. November 2026, statt. Interessierte finden die teilnehmenden Standorte und Besuchszeiten auf einer interaktiven Karte. Die Teilnahme ist kostenlos, eine vorherige Anmeldung ist erforderlich.

Alle Informationen und Anmeldung:
www.offenerheizungskeller.de 

Hinweis für Redaktionen: Gerne vermittelt der BUND Hamburg Kontakte zu den genannten Gastgebern für Interviews sowie Foto-, Film- und Tonaufnahmen. Nach Absprache sind auch Besuche im Vorfeld des Aktionstags möglich.

Pressekontakt: Milena Fischer, Leitung Kommunikation BUND Hamburg, kommunikation(at)BUND-Hamburg.de, 040/600 387 12 

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb