Fossiles Dinosaurierprojekt A26 – Hamburg verbaut sich die Zukunft

16. September 2025 | Amphibien, Artenschutz, Flaechenschutz, Klimaschutz, Verkehr

BUND und NABU informieren und protestieren vor Verhandlung in Leipzig auf dem Hamburger Rathausmarkt

Am 30. September verhandelt das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über die Klage von BUND und NABU gegen den ersten Bauabschnitt der geplanten Autobahn A26 Ost. Zwei Wochen vor diesem Termin machen die Umweltverbände in Hamburg mit einer Mischung aus Information und Protest deutlich: Die A26 Ost ist ein Verkehrsprojekt aus der Vergangenheit – sie zerstört großflächig Moorflächen, gefährdet streng geschützte Arten, untergräbt die Klimaziele der Stadt und konterkariert die energetische Transformation im Hafen. Mit zwei „Dinosauriern“ protestierten die Umweltverbände heute auf dem Rathausmarkt und informierten zeitgleich mit einer Karte und einem Modell zu den weitreichenden Auswirkungen des Autobahnbaus.

„Die Autobahnpläne sind ein fossiles Relikt und passen nicht mehr in eine Zeit, in der Klimaschutz, Energie- und Verkehrswende über die Zukunftsfähigkeit der Stadt entscheiden. Die Idee der A26 Ost ist in ihrem Ursprung an einen exponentiell wachsenden Containerumschlag im Hamburger Hafen geknüpft. Die Planungen zur „Hafenautobahn“ sind mittlerweile allerdings so alt, dass die zugrunde gelegten Prognosen zum Wachstum des Hafens an der Realität zerschellen. Keine hat sich als richtig herausgestellt, weil sich alle Rahmenbedingungen fundamental verändert haben. Politische Weitsicht bedeutet, dann veraltete Pläne zu begraben und Entscheidungen zu revidieren, wenn noch keine Fakten geschaffen sind. Die Zeit den Hafen neu zu denken, ist jetzt“, sagt Malte Siegert, Vorsitzender des NABU Hamburg.

Lukas Mörchen, Geschäftsführer des BUND Hamburg, ergänzt: „Moore sind unsere Schatzkammern im Klimaschutz – 4.000 Jahre alte CO₂-Speicher, die uns helfen, das Klima zu schützen, wenn wir wiedervernässen und bewahren. Doch stattdessen sollen die Torfböden für die geplante Trasse abgebaggert und in Deponien gelagert werden. Neue Straßen konterkarieren die Klimaziele, kosten Milliarden und sorgen für noch mehr Verkehr. Was Hamburg wirklich braucht, sind Investitionen in Schiene und Energiewende – statt in ein fossiles Dinosaurierprojekt, das unsere Zukunft verbaut.“

Die Kritik im Überblick:

  • Moorschutz und Klimabilanz: Die geplante Trasse zerstört wertvolle Moorflächen, die zentrale Kohlenstoffspeicher sind. Jährlich drohen viele tausend Tonnen zusätzliche CO₂-Emissionen – weil induzierter Verkehr in den offiziellen Berechnungen ignoriert wird.
  • Arten- und Amphibienschutz: Lebensräume streng geschützter Arten wie des Moorfrosches werden vernichtet. Die vorgesehenen Ersatzlebensräume sind unzureichend und rechtlich fragwürdig.
  • Hafenentwicklung: Um zukunftsfähig zu bleiben, muss sich der Hamburger Hafen zum Energiehafen weiterentwickeln und zudem mit anderen Häfen enger kooperieren. Dafür braucht es eine nachhaltige Flächenstrategie für die deutschen Häfen.
  • Politische Zielkonflikte: Die A26 Ost widerspricht den Klima- und Verkehrswendezielen des Senats und bindet Mittel, die für die Köhlbrandquerung und die Energiewende gebraucht werden.

Hintergrund:

Bereits 2020 wurde die A26 Ost vom NABU Bundesverband mit dem Negativpreis „Dinosaurier des Jahres“ ausgezeichnet.

 

Für Rückfragen:

Jonas Voß, Referent Politik und Kommunikation, 040/69 70 89-23, voss(at)nabu-hamburg.de

Milena Fischer, Leitung Kommunikation, 040 / 600 387-12, kommunikation@bund-hamburg.de

 

Für Print- und Onlinemedien:

Für den kostenfreien Abdruck stellen wir ab spätestens 13 Uhr unter https://nabucloud.arconda.ag/s/pfr7paYkEnBQqiQ Fotos der Aktion zur Verfügung. Bitte geben Sie als Bildautor NABU/T. Dröse an.

 

Hinweis zur Nutzung von NABU-Fotos:

Der NABU Hamburg gestattet die einmalige Verwendung des / der gesendeten Fotos im Kontext der besprochenen, NABU-bezogenen Berichterstattung. Voraussetzung ist die Nennung der Fotograf*innen wie mitgeteilt. Bei nicht autorisierter weiterer Verwendung bzw. bei besprochener Verwendung, jedoch ohne Nennung der Fotograf*innen behält sich der NABU das Recht vor, ein der Veröffentlichung angemessenes Honorar nachzufordern. Der Weiterverkauf des gelieferten Bildmaterials an Dritte ist nicht gestattet.

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