BUND protestiert gegen CCS: Abfall vermeiden statt verbrennen

20. Oktober 2026 | Abfall, Klimaschutz, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeit, Ressourcenschutz, Suffizienz

Zum Auftakt des CCS-Kongresses in Hamburg warnt der Umweltverband vor Risiken und hohen Kosten der CO₂-Speicherung und fordert Investitionen in wirksamen Klimaschutz

Mit einer Protestaktion vor der Hamburg Messe hat der BUND Hamburg heute Morgen zum Auftakt des CCS-Kongresses gegen die geplante CO₂-Abscheidung und Speicherung (CCS) demonstriert. Unter dem Motto „Abfall vermeiden, statt verbrennen. Kein CCS.“ machte der Umweltverband auf die Risiken, den hohen Energieverbrauch und die erheblichen Kosten der Technologie aufmerksam. Statt Hunderte Millionen Euro in die Abscheidung und Speicherung von CO₂ aus Müllverbrennungsanlagen zu investieren, müsse Hamburg konsequent auf Abfallvermeidung, Wiederverwendung und Recycling setzen.

Der Hamburger Senat plant, CO₂ aus der Müllverbrennung abzuscheiden und anschließend per Pipeline oder Schiff zu transportieren und unter dem Meeresboden zu speichern. Der BUND kritisiert die damit verbundenen Risiken für Mensch und Umwelt. Unfälle beim Transport können gefährlich werden, bei der Speicherung unter dem Meeresboden drohen Leckagen und eine Versauerung des Meerwassers. Zudem ist nicht garantiert, dass das eingelagerte CO₂ dauerhaft im Untergrund bleibt.

„Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass wir unser CO₂ einfach unter der Nordsee verschwinden lassen können. CCS ist teuer, energieintensiv und mit erheblichen Risiken verbunden. Gerade bei der Müllverbrennung müssen wir viel früher ansetzen: Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht. Hamburg muss die Kreislaufwirtschaft stärken, statt mit CCS eine teure Scheinlösung zu finanzieren“, sagt Lukas Mörchen, Geschäftsführer des BUND Hamburg.

Besonders kritisch sieht der Umweltverband den hohen Energiebedarf der Technologie. Durch die CO₂-Abscheidung könnte die Energiemenge, die Hamburg aus der Müllverbrennung erhält, um etwa ein Drittel sinken. Hinzu kommt ein deutlich erhöhter Wasserverbrauch.

Auch die Finanzierung wirft Fragen auf. Allein die geplante Hamburger Anlage dürfte mehrere Hundert Millionen Euro kosten. Hinzu kommen die Kosten für Transport und Speicherung des abgeschiedenen CO₂. Da diese nicht über die Müllgebühren finanziert werden sollen, drohen erhebliche Belastungen für den Hamburger Haushalt.

„Wir reden über enorme Summen öffentlicher Gelder, die an anderer Stelle für den Klimaschutz fehlen. Mit diesem Geld könnten wir Abfälle vermeiden, Recycling verbessern, erneuerbare Energien ausbauen und natürliche CO₂-Speicher wie Moore und Wälder schützen. Statt sich auf eine riskante Technologie festzulegen, sollte Hamburg diese Möglichkeiten konsequent ausschöpfen“, so Mörchen.

Der BUND Hamburg fordert den Senat auf, die Pläne für CCS in der Müllverbrennung und bei industriellen Erzeugern (bspw. Aluminium-, Kupfer- und Stahlindustrie) zu überdenken und stattdessen die Vermeidung von Emissionen in den Mittelpunkt zu stellen. Eine konsequente Kreislaufwirtschaft schont Ressourcen, reduziert Abfälle und verhindert CO₂-Emissionen bereits an ihrer Entstehung.

Bildmaterial: Fotos der heutigen Protestaktion vor der Hamburg Messe stehen unter folgendem Link zur kostenfreien redaktionellen Verwendung bereit: CCS Messe Aktion | Flickr 

Bei Rückfragen: 
Milena Fischer, Leitung Kommunikation, Tel.: 040 / 600 387 12, kommunikation(at)bund-hamburg.de 

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