Pflaster raus, Wasser rein: Gemeinsam mit über 20 Engagierten hat der BUND Hamburg am Sonntag etwa 25 Quadratmeter am Grandweg in Eimsbüttel entsiegelt. Wo zuvor Pflaster den Boden verschloss, kann künftig wieder Regenwasser versickern. Mit der Aktion macht der Umweltverband zugleich auf ein größeres Problem aufmerksam: Rund ein Drittel der Fläche Hamburgs ist versiegelt, doch eine belastbare Bilanz von jährlicher Neuversiegelung und dem Entsiegelungspotential fehlt. Der BUND fordert deshalb eine verbindliche Entsiegelungsstrategie für die gesamte Stadt.
Bei der Abpflaster-Aktion wurden Gehwegplatten entfernt, wodurch mitten im Quartier ein kleines, aber konkretes Element der Schwammstadt entstanden ist. Entsiegelte Flächen ermöglichen, dass Niederschläge vor Ort versickern und im Boden gespeichert werden, statt direkt in die Kanalisation abzufließen. Gleichzeitig können mehr Grün und offene Böden dazu beitragen, das Stadtklima an heißen Tagen zu verbessern.
Sabine Sommer, Vorsitzende des BUND Hamburg: „Entsiegelte Flächen helfen, denn wo Regenwasser wieder versickern kann und Raum für Grün entsteht, machen wir unsere Stadt widerstandsfähiger gegen Hitze und Starkregen. Mit unserer Aktion zeigen wir, wie Entsiegelung ganz praktisch funktioniert. Was im Kleinen möglich ist, muss Hamburg jetzt strategisch und flächendeckend angehen.“
Von einzelnen Quadratmetern zur Entsiegelungsstrategie
Hamburg hat in den vergangenen Jahren verschiedene Maßnahmen für einen besseren Umgang mit Regenwasser auf den Weg gebracht. Zwar soll das Prinzip der Schwammstadt zunehmend in der Stadtplanung verankert werden, aus Sicht des BUND fehlt jedoch weiterhin eine systematische Umsetzung von Entsiegelungsmaßnahmen im gesamten Stadtgebiet. Entsiegelungspotenziale werden bislang nicht flächendeckend erfasst, verbindliche Zielzahlen fehlen.
Der BUND fordert daher, geeignete Flächen systematisch zu identifizieren und die Bezirke mit ausreichend Personal und finanziellen Mitteln für die Umsetzung auszustatten. Gleichzeitig müsse Hamburg Neuversiegelungen so weit wie möglich vermeiden. Unter dem Strich dürfe die versiegelte Fläche Hamburgs nicht weiter wachsen.
„Ehrenamtliche Abpflaster-Aktionen können zeigen, was möglich ist, aber sie können eine gesamtstädtische Strategie nicht ersetzen“, sagt Sommer. „Die Stadt muss Entsiegelung vom Einzelprojekt zur Regelaufgabe machen. Eine gegen Hitze und Starkregen gewappnete Stadt entsteht nur, indem wir systematisch wieder mehr Wasser in den Boden bekommen und halten.“
Die Aktion am Grandweg macht diesen Wandel sichtbar: Aus einer zuvor versiegelten Fläche ist ein Ort geworden, an dem Regenwasser wieder versickern und verdunsten kann. Solchen einzelnen Quadratmetern müssen aus Sicht des BUND nun viele weitere im gesamten Stadtgebiet folgen.
Pressefotos: Abpflaster-Aktion 23.9.26 | Flickr
Bei Rückfragen:
Milena Fischer, Leitung Kommunikation, Tel.: 040 / 600 387-12, kommunikation(at)bund-hamburg.de
Hintergrund: Abpflastern und Mitmachen
Wer selbst aktiv werden möchte, kann sich beim Hamburger Netzwerk „Abpflastern“ über Möglichkeiten zum Entsiegeln informieren und eigene entsiegelte Flächen eintragen.
Auch für Entsiegelungen auf privaten Grundstücken gibt es Unterstützung: Die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) fördert entsprechende Maßnahmen ab einer Fläche von 10 Quadratmetern mit Zuschüssen.
Wer bei kommenden Abpflaster-Aktionen des BUND Hamburg mit anpacken möchte, kann sich über deren WhatsApp- oder Signal-Gruppe vernetzen und über weitere Aktionen informieren.
Weitere Informationen: www.bund-hamburg.de/abpflastern/
Hamburgs Abpflastern-Netzwerk: https://abpflastern.beteilige.me/
