Mindestens ein Drittel der Hamburger Stadtfläche ist versiegelt. Je nach Berechnungsmethode liegt der Anteil sogar bei knapp 40 Prozent. Asphalt, Beton und Pflaster verhindern, dass Regenwasser versickert, heizen die Stadt im Sommer auf und verschärfen die Folgen von Hitze, Trockenheit und Starkregen. Der BUND Hamburg lädt deshalb am kommenden Wochenende zu zwei Veranstaltungen ein, die zeigen, wie Entsiegelung die Stadt kühlen, Bäume stärken und neue Lebensräume schaffen kann.
„Die Klimakrise ist längst in Hamburg angekommen. Hitzewellen werden häufiger, Trockenperioden länger und Starkregenereignisse intensiver. Gleichzeitig versiegeln wir noch immer große Flächen, die für Wasserspeicherung, Kühlung und Artenvielfalt dringend gebraucht werden“, sagt Sabine Sommer, Vorsitzende des BUND Hamburg.
Nach aktuellen Daten sind rund 31 Prozent Hamburgs durch Gebäude oder versiegelte Oberflächen bedeckt. Frühere Berechnungen kamen sogar auf knapp 40 Prozent. Unabhängig von der Methodik zeigt sich: Ein erheblicher Teil der Stadt kann Regenwasser nicht mehr aufnehmen und trägt zur Überhitzung der Quartiere bei.
Entsiegelung schafft Kühlung, Lebensräume und Aufenthaltsqualität
Für eine klimaangepasste Stadt braucht Hamburg mehr grüne und blaue Infrastruktur. Entsiegelte Flächen, Stadtbäume, Grünzüge und naturnahe Regenwasserbewirtschaftung helfen dabei, Wasser in der Stadt zu halten, Hitze zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern.
„Entsiegelung ist Klimaanpassung zum Anfassen. Wo heute Regenwasser in die Kanalisation fließt und Asphalt Hitze speichert, können morgen Bäume wachsen, Wasser lokal versickern und kühlere Aufenthaltsorte entstehen“, so Sommer.
Wie das konkret aussehen kann, zeigt der BUND Hamburg am Wochenende bei zwei Veranstaltungen.
Am Samstag führt ein Spaziergang durch den PARKS- Gelände in Hammerbrook, ein gelungenes Beispiel für die Umwandlung einer stark versiegelten Fläche. Der ehemalige Recyclinghof ist heute Teil des Alster-Bille-Elbe-Grünzugs und zeigt, welche Potenziale in der Umgestaltung urbaner Räume liegen. Thematisiert werden die Auswirkungen versiegelter Flächen auf das Mikroklima, die Bedeutung für Gesundheit und Biodiversität sowie Herausforderungen von Entsieglung wie Altlasten, Genehmigungsverfahren und die langfristige Pflege dieser Flächen. Mit einer Wärmebildkamera werden dabei die Temperaturunterschiede zwischen Asphalt und entsiegelten, begrünten Bereichen sichtbar gemacht.
Am Sonntag wird der BUND selbst aktiv: Bei einer gemeinsamen Entsiegelungsaktion in Eimsbüttel werden Pflastersteine rund um eine Platane entfernt und durch wasserdurchlässiges Granulat ersetzt. Dadurch kann Regenwasser künftig besser versickern und den Stadtbaum erreichen. Die Aktion verdeutlicht, wie stark Bäume unter versiegelten Standorten leiden und wie vergleichsweise einfache Maßnahmen ihre Lebensbedingungen verbessern können.
„Hamburg braucht mehr Grün statt Grau. Jede entsiegelte Fläche hilft dabei, die Stadt widerstandsfähiger gegen die Folgen der Klimakrise zu machen. Die Lösungen sind bekannt. Jetzt müssen sie konsequent umgesetzt werden“, sagt Sommer.
Aktionen im Überblick
Spaziergang „Grün statt Grau vor Deiner Tür“
Was: Rundgang durch den PARKS-Garten in Hammerbrook mit Informationen zu Klimaanpassung, Stadtgesundheit, Biodiversität und den Herausforderungen von Entsiegelungsprojekten. Mit Wärmebildkamera zur Veranschaulichung von Temperaturunterschieden zwischen Asphalt und begrünten Flächen.
Wann: Samstag, 27. Juni 2026, 16-18 Uhr
Wo: PARKS-Garten, Hammerbrook, Treffpunkt Bullerdeich 6
Weitere Informationen: Spaziergang: Grün statt Grau vor Deiner Tür
Gemeinsam abpflastern
Was: Gemeinsame Entsiegelungsaktion rund um eine Platane. Pflastersteine werden entfernt und durch wasserdurchlässiges Granulat ersetzt, um die Wasserversorgung des Baumes zu verbessern.
Wann: Sonntag, 28. Juni 2026, 16 Uhr
Wo: Wiesingerweg / Troplowitzstraße, Hamburg-Eimsbüttel
Weitere Informationen: Gemeinsam abpflastern
Pressefotos: Hitze Abpflastern | Flickr
Quelle: Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA), Versiegelungsmonitoring Hamburg, 2024. Versiegelungsmonitor Hamburg
Pressekontakt vor Ort
Luca Heinle, Referentin für Flächenschutz, Telefon: 040 / 600 387 17, flaechenschutz(at)bund-hamburg.de
Bei Rückfragen
Milena Fischer, Leitung Kommunikation, 040 / 600 387-12, kommunikation(at)bund-hamburg.de
Weitere Informationen zu den Potentialen von
Entsiegelung und Stadtbegrünung
