Wohnungsbaupolitik in Hamburg: Klimaziele erfordern echten Kurswechsel

18. März 2026 | Flaechenschutz, Klimaschutz

BUND-Kommentar zur Verlängerung des „Bündnis für das Wohnen“

Die Verlängerung des „Bündnis für das Wohnen“ ist in der vorliegenden Form eine vertane Chance. Wer Wohnungsbaupolitik ohne Umwelt- und Naturschutzverbände sowie unabhängige Klimaexperten gestaltet, wird den klimapolitischen Herausforderungen in Hamburg nicht gerecht. 

Positiv ist, dass das Bündnis zentrale Ansätze aus Umwelt- und Naturschutzsicht aufgreift, darunter Innenentwicklung, Umnutzung von Gewerbeflächen, Dachausbau und Aufstockung, energetische Sanierung sowie Maßnahmen zur Klimaanpassung. Auch Entsiegelung, Begrünung und die Förderung der Artenvielfalt werden benannt. 

Doch diese Ansätze bleiben unzureichend, solange der Senat am Ziel von 10.000 Wohnungen pro Jahr festhält. Trotz der Empfehlung des Klimabeirats, die Neubauziele zu halbieren, fehlt weiterhin ein klarer Kurswechsel. 

Zwar enthält das Bündnis Ansätze zur Stärkung des Bestands, ein verbindliches und ausreichend ambitioniertes Konzept, das den Neubaudruck deutlich reduziert, fehlt jedoch. Stattdessen werden weiterhin hohe Neubauzahlen angestrebt – mit entsprechenden Folgen für Flächenverbrauch, Ressourcen und Emissionen. 

Aus Umwelt- und Naturschutzsicht braucht es eine klare Neuausrichtung: weniger Neubau, mehr Umbau und Sanierung im Bestand, konsequente Flächensparsamkeit und verbindliche Klimastandards. 

Der BUND Hamburg fordert den Senat auf, das Bündnis zu einer konsequent an Klimazielen, Flächenschutz und Biodiversität ausgerichteten Strategie weiterzuentwickeln und Nachhaltigkeitsakteure künftig gleichberechtigt einzubeziehen.

Bei Rückfragen: 
Milena Fischer, Leitung Kommunikation, Tel.: 040 / 600 387-12, kommunikation(at)bund-hamburg.de

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