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BUND-Landesverband Hamburg

Wirtschaftsbehörde und HPA baggern trotz dramatischer Sauerstoffwerte in der Elbe

13. Juni 2018

In der Elbe sind aufgrund des aktuten Sauerstoffmangels im Raum Hamburg bereits tonnenweise Fische verendet. Doch die Hamburger Wirtschaftsbehörde tut so, als wäre nichts gewesen und setzt weiterhin ihre Baggerschiffe ein.

Saugbagger Geopotes, Foto: Walter Rademacher

Obwohl die Sauerstoffwerte in der Tideelbe zwischen Wedel und dem Hamburger Hafen in den letzten 14 Tagen bis unter 1 mg O2/l gefallen sind, wurden die Sauerstoff zehrenden Baggerarbeiten im Hamburger Hafen nicht eingestellt. So ist zu beobachten, dass der Spülbagger „Jan“ seit Tagen zwischen Wedel und dem Hamburger Hafen unterwegs ist und so in der Fahrrinne für zusätzliche Aufwirbelungen von organischen Schweb- und Trübstoffen sorgt. Damit wird die geltende Vereinbarung zwischen der Umwelt- und der Wirtschafsbehörde, bei Sauerstoffwerten von unter 4 mg im Zeitraum vom 1. April bis 6. November nicht zu baggern, von der Hafenwirtschaft schlicht ignoriert.

„Die Sauerstoffwerte der Tideelbe gehen in den Keller, wir haben bereits ein massives Fischsterben und die Wirtschaftsbehörde lässt weiter im Fluss baggern. Damit wird das Problem verstärkt und die Fischfauna in der Elbe wird sich über Jahre nicht erholen“, so Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg.

Der BUND fordert die sofortige Einstellung jeglicher Unterhaltungsbaggerung im Hafen und in der Elbe. Für das kommende Wochenende werden wieder erhöhte Temperaturen und damit wieder sinkende Sauerstoffwerte in der Tideelbe erwartet.

Zum Hintergrund: Eine der Ursachen für die immer wieder auftauchenden Sauerstofflöcher ist die verstärkte Sedimentation in der Tideelbe durch die mehr und mehr Flachwasserzonen verschwinden. In den lichtdurchfluteten Flachwasserzonen wird Sauerstoff produziert und damit das sommerliche Sauerstoffloch abgepuffert.

Diese Flachwasserbereiche sind seit der letzten Elbvertiefung von 1999 nachweislich weniger geworden. Die nächste Elbvertiefung würde die Situation nochmals deutlich verschlechtern und auch dazu führen, dass noch mehr Sediment gebaggert werden müsste, um die Fahrrinne und die Hafenbecken freizuhalten.

Für Rückfragen:
Paul Schmid, BUND-Pressesprecher, Tel. (040) 600 387 12
 

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