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BUND-Landesverband Hamburg

Sauerstoffloch in der Tideelbe

01. Juni 2018

Bereits in den letzten Jahren ist ein großer Teil der Stintbrut im Hamburger Raum der Elbe "erstickt". Jetzt erleben die Elbfische die nächste Katastrophe.

Die Sauerstoffwerte in der Tideelbe zwischen Wedel und dem Hamburger Hafen sind aktuell auf bis zu 2 mg O2/l gefallen. Bereits ab Werten von unter 4 mg Sauerstoff sprechen Experten von einer fischkritischen Situation. Die gesetzlichen Zielvorgaben für Gewässer wie die Tideelbe liegen bei mindestens 7 mg O2/l.

„Verstärkt durch das gute Wetter der letzten Tage zeigt sich erneut, wie angeschlagen der Fluss ist. Die Sauerstoffwerte gehen sehr schnell in den Keller. Vor allem das Verschwinden zahlreicher Flachwasserzonen sorgt dafür, dass die Tideelbe kaum noch derart warme und trockene Wetterlagen abpuffern kann. Jetzt wird es eng für die Fische in der Elbe“, so Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg.

Eine der wesentlichen Ursachen für die immer wieder auftauchenden Sauerstofflöcher ist neben der Algenfracht aus dem Oberlauf die verstärkte Sedimentation in der Tideelbe, durch die mehr und mehr Flachwasserzonen verschwinden. In den Flachwasserzonen kann Sauerstoff produziert werden. Das Verschwinden dieser Zonen wird verstärkt seit der letzten Elbvertiefung von 1999 beobachtet, die nächste Elbvertiefung würde die Situation nochmals deutlich verschlechtern.

Auch eine erneute Kühlwasserentnahme durch das umstrittene Kohlekraftwerk Moorburg würde die Sauerstoffsituation zusätzlich verschlechtern. Derzeit ist die Kühlwasserentnahme zwar untersagt, aber die Stadt Hamburg und das Unternehmen Vattenfall wollen die Wasserentnahme aus der Elbe wieder durchsetzen. Das juristische Verfahren dazu liegt seit kurzem wieder beim Oberverwaltungsgericht Hamburg.

„Der Tideelbe geht es extrem schlecht, trotzdem soll weiterhin in den Fluss eingegriffen und im großen Stil Kühlwasser entnommen werden. Hamburg muss seine Gewässerpolitik dringend korrigieren“, fordert Manfred Braasch.  

Für Rückfragen:
Paul Schmid, BUND-Pressesprecher, Tel. (040) 600 387 12
 

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