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BUND-Landesverband Hamburg

Fahrverbote in Hamburg wirken

29. Mai 2019 | Luftreinhaltung

Nach einem Jahr Fahrverbote in Hamburg zeigt sich, dass zumindest das LKW-Durchfahrtsverbot in der Stresemannstraße wirkt. An den anderen, hoch belasteten Straßen braucht es umfassendere Maßnahmen.

Ein Jahr, nachdem Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan Deutschlands erste Dieselfahrverbote auf den Weg brachte, zieht der BUND eine weitgehend positive Bilanz: Die Stickoxid-Werte (NO2) in der Stresemannstraße sind im Jahresmittel von 47 auf 41 µg/m3 Luft, also um fast 13 Prozent gesunken. In der Max-Brauer-Allee sanken die Werte allerdings nur um 2 auf 44 µg und sind zudem aufgrund von Sondereffekten wie Straßensperrungen nicht eindeutig zu interpretieren. Alle vier Messstationen liegen damit weiterhin über den gesetzlichen Grenzwerten.

„Das seit einem Jahr gültige Fahrverbot für LKW in der Stresemannstraße zeigt, dass die Maßnahme richtig ist und für eine deutliche Entlastung der Menschen sorgt, die an dieser Straße wohnen. Die Auswertung zeigt aber auch, dass die derzeitigen Fahr-verbote nicht ausreichend sind, um die Grenzwerte einzuhalten und vor allem, dass sie nicht wieder aufgehoben werden dürfen“, so Manfred Braasch Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg. In diesem Fall würden die Schadstoffwerte insbesondere an der Stresemannstraße von heute auf morgen wieder nach oben schnellen.

Dass die Messwerte in der Max-Brauer-Allee nicht merklich zurückgegangen sind, liegt aus Sicht des BUND auch daran, dass der Anteil von Fahrzeugen mit zu hohem Stickoxid-Ausstoß dort kaum zurückgegangen ist. Dies liege zum einen an den zu laxen Kontrollen, insbesondere aber an dem hohen Anteil von Euro-6-Fahrzeugen in der Verbotszone, die die Immissionsgrenzwerte zwar auf dem Prüfstand, nicht aber im Realbetrieb einhalten. Außerdem führe die kleinräumige Durchfahrtsbeschränkung zu einem höheren Verkehrsaufkommen an den Ausweichstrecken und würde dort bereits heute zu Grenzwertüberschreitungen führen, wie der BUND mit Einzelmessungen im vergangenen Sommer nachweisen konnte.

„Leider lassen viele ihren Wagen erst stehen, wenn die Umwege zu groß und die öffentlichen Verkehrsmittel deutlich schneller werden als das Auto“, so Manfred Braasch. Der BUND hat deshalb im vergangenen Jahr eine Klage beim Hamburger Verwaltungsgericht eingereicht, um großflächige Durchfahrverbotszonen für Dieselfahrzeuge durchzusetzen, vor allem auch an der besonders schadstoffbelasteten Habichtstraße, wo es derzeit noch gar keine Beschränkungen gibt. Gleichzeitig hält der BUND an der Forderung nach einer „Blauen Plakette“ fest, also an einer klaren Kennzeichnung aller Dieselfahrzeuge, die die zulässigen Grenzwerte beim Ausstoß von Stickoxiden im Fahrbetrieb nicht einhalten.

„Trotz aller Unkenrufe haben die Hamburger Fahrverbote gezeigt, dass sie bei richtiger Anwendung wirken. Und solange die Stadt die gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllt, brauchen wir nicht weniger, sondern mehr davon“, so der BUND.

Für Rückfragen: Paul Schmid, Pressesprecher, Tel. 040 600 387 12

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