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BUND-Landesverband Hamburg

Politisch getriebene Effekthascherei gegen Stickoxidgrenzwerte

23. Januar 2019 | Luftreinhaltung, Umweltgifte

Belastung mit Stickoxiden weiter ernst nehmen / 
EU-Vorgaben seit fast 20 Jahren bekannt

Die jüngste Forderung einer Gruppe von Lungenärzten, die europaweit geltenden Grenzwerte für Stickoxide auszusetzen, hält der BUND Hamburg für politische Effekthascherei und für unverantwortlich gegenüber der betroffenen Bevölkerung. Die Grenzwerte seien seit fast 20 Jahren bekannt, sie gelten seit dem Jahr 2010 und sind vielfach diskutiert und geprüft worden.

„Die Frage ist doch, warum sich die Ärzte erst zu Wort melden, wenn das seit fast zehn Jahren geltende Recht zum Schutz der menschlichen Gesundheit ganz oben auf der politischen Agenda steht und endlich durchgesetzt werden soll. Die Forderung, europäische Grenzwerte auszusetzen, ohne den wissenschaftlichen Beleg dafür, dass diese für den Gesundheitsschutz nicht erforderlich sind, ist geradezu absurd“, so Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg. „Stattdessen mit Vergleichen zu Rauchern oder der Belastung durch Adventskränze zu argumentieren, ist wissenschaftlicher Humbug“, so Braasch.

Die Schweiz hat sogar einen noch strengeren Grenzwert von 30 µg/m³ für Stickstoffdioxid eingeführt, der WHO-Richtwert liegt bei 20 µg/m³ (EU: 40 µg/m³ im Jahresmittel). Studien haben zudem nachgewiesen, dass Stickoxide insbesondere bei Kindern ein reduziertes Lungenwachstum bedingen und auch ältere Menschen vermehrt von Atemwegserkrankungen betroffen sind.

Der BUND verweist in diesem Zusammenhang auf das aktuelle Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. „Atmen: Luftschadstoffe und Gesundheit“. Die Fachgesellschaft, in der fast 4.000 Mediziner vertreten sind, hat im Jahr 2018 anerkannte Wissenschaftler*innen gebeten, die relevante Fakten zusammenzustellen und kommt zu der klaren Forderung, dass eine „deutliche Reduktion der Luftschadstoffbelastung geboten“ ist. Die Stickoxidbelastung wird dabei ausdrücklich einbezogen.

pneumologie.de/fileadmin/user_upload/DGP_Luftschadstoffe_Positionspapier_20181127.pdf

Für Rückfragen: Paul Schmid, BUND-Pressesprecher, 040 – 600 387-12 

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