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BUND-Landesverband Hamburg

BUND fordert flächendeckende Reduktion der Luftschadstoffe

31. Mai 2018

Umweltsenator Jens Kerstan hat heute zwei Durchfahrtsbeschränkungen für ältere Dieselfahrzeuge erlassen. Doch Altona braucht keine zusätzlichen Umleitungen, sondern auf ganzer Fläche weniger umweltschädliche Autos.

Die am 31. Mai 2018 in Kraft getretenen Fahrverbote für Dieselfahrzeuge der Abgasnorm Euro 5 und älter auf einzelnen Hamburger Straßen sind aus Sicht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nicht ausreichend. Um die Bürger vor den hohen Luftbelastungen mit Stickoxiden (NOx) zu schützen, sei eine flächendeckende Lösung unumgänglich. Die Fahrverbote in Hamburg wurden notwendig, weil es drei Jahre nach dem Urteil des Hamburger Verwaltungsgerichts zur Einhaltung der Stickstoffdioxidgrenzwerte (NO2)und zweieinhalb Jahre nach Bekanntwerden des Diesel-Abgasskandals noch keine deutschlandweit einheitlichen und wirksamen Maßnahmen zur Reduktion des Stickoxid-Ausstoßes gibt. Es zeigt sich: Software-Updates von Diesel-Autos reichen nicht aus und schützen nicht vor Fahrverboten.

Der BUND Hamburg sieht die bundesweit ersten Fahrverbote für Dieselfahrzeuge als wichtiges umweltpolitisches Signal – auch für andere Kommunen. Sie reichen aus Sicht des Umweltverbandes jedoch bei weitem nicht aus: „Wenn nur zwei Straßen für schmutzige Diesel gesperrt werden, führt das vor allem zu einer Verlagerung des Verkehrs. Der Senat scheint genau dies einzuplanen, denn die Fahrverbotszonen wurden so gewählt, dass eine Umfahrung ohne Aufwand möglich ist. Wir brauchen aber keine andere Verteilung der Belastung, sondern eine Verringerung. An einer Zonenregelung geht deshalb aus meiner Sicht kein Weg vorbei“, sagt Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg.

Ernst-Christoph Stolper, der stellvertretende Vorsitzende des BUND-Bundesverbands ergänzt: „Wenn Kanzlerin Merkel und Verkehrsminister Scheuer sich mehr am finanziellen Wohl der Autokonzerne, als an der gesundheitlichen Unversehrtheit der Bevölkerung orientieren, werden neben Hamburg eine Reihe von weiteren Städten Fahrverbote verhängen. Diese Fahrverbote gehen auf die Kappe der Bundesregierung. Wegen ihrer Untätigkeit sind die Kommunen gezwungen, eigene Maßnahmen zur Luftverbesserung zu ergreifen. Der nun entstehende Flickenteppich verschiedener Lösungen hätte durch die Einführung einer Blauen Plakette vermieden werden können.“

Der BUND weist außerdem darauf hin, dass neben der auf Kosten der Hersteller verpflichtenden Hardware-Nachrüstung für Euro-5-Diesel auch solche Euro-6-Fahrzeuge aus den belasteten Gebieten ausgesperrt werden müssen, die nicht nachweisen können, dass sie ihre gesetzlichen Grenzwerte auch im Realbetrieb auf der Straße einhalten. Braasch: „Die Hersteller verkaufen weiterhin Neufahrzeuge mit hohen NOx-Realemissionen. Dass Euro-6-Fahrzeuge, die mitunter höhere Stickoxidwerte aufweisen als einige der mit Fahrverboten belegten Euro 4 oder 5-Fahrzeuge, von den Durchfahrtsbeschränkungen ausgenommen sind, ist nicht nachvollziehbar.“  
 
Pressekontakte:
Paul Schmid, Pressesprecher BUND Hamburg, Tel. 040-600387-12, mobil: 0160 799 09 46, E-Mail: presse@bund-hamburg.de
Jens Hilgenberg, BUND-Verkehrsexperte, mobil: 0151-56313302
Sigrid Wolff, BUND-Pressesprecherin, mobil: 0162-9611946, E-Mail: presse@bund.net   

Stickoxidbelastung 2013 bis Juni 2017

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