Zehn Jahre nach dem Olympia-Referendum vom 29. November 2015 bekräftigt der BUND Hamburg am 28. November 2025 mit einer Aktion am Jungfernstieg seine Ablehnung einer erneuten Olympia-Bewerbung. Der BUND kritisiert u.a. die vagen Planungen der aktuellen Bewerbung und warnt vor erheblichen Eingriffen in wertvolle Grün- und Freiflächen.
„2015 haben die Hamburgerinnen und Hamburger bereits Nein zu Olympia gesagt. Zehn Jahre später zeigt sich, dass diese Entscheidung richtig war“, sagt Sabine Sommer, Vorsitzende des BUND Hamburg. „Hamburg verspricht aktuell eine nachhaltige Bewerbung mit weitgehender Nutzung vorhandener Sportstätten. Doch die Realität sieht anders aus, denn viele Details bleiben unklar, und die Risiken für Hamburgs Stadtgrün werden unterschätzt.“
Hamburgs bestehende Sportinfrastruktur ist richtigerweise auf Breiten- und Leistungssport ausgerichtet, doch olympische Anforderungen bedingen völlig andere Dimensionen. Dafür bedarf es Arenen mit Tausenden Zuschauerplätzen, die nur für wenige Wettkampftage genutzt würden. „Schon jetzt zeigt sich, dass Austragungsorte wie am Rothenbaum oder Heiligengeistfeld nicht über ein ausreichend großes Platzangebot für Olympia verfügen. Die Umbaukosten wären enorm, die notwendigen Investitionen im normalen Sportbetrieb besser angelegt.“ so Sommer weiter.
Besonders kritisch sieht der BUND die absehbaren Eingriffe in Hamburgs Grün- und Freiflächen. Trotz der Versprechen würde Olympia umfangreiche Flächeninanspruchnahme erfordern – von zusätzlichen Wettkampfstätten über Trainings- und Logistikflächen bis zu Infrastruktur für die olympischen Athletinnen und Athleten.
Exemplarisch zeigt sich das an dem geplanten Ort für die Mountainbike-Wettbewerbe in den Harburger Bergen, ein Gebiet, das unter großem Nutzungsdruck steht.
„Die Harburger Berge sind Naherholungsgebiet, Wasserschutzzone und wertvoller Lebensraum für seltene Arten", erklärt Sommer. „Ein olympischer Mountainbike-Wettkampf mit den Fahrrouten, Tribünen für tausende Zuschauende, Zuwegungen, und nicht zuletzt die Belastung durch Großveranstaltungen passt nicht zu den Schutzbedürfnissen dieses sensiblen Gebiets. Noch ist unklar, wo genau Strecken, Tribünen und Zufahrten entstehen oder ob dafür Flächen gerodet werden sollen, aber wir befürchten, dass es so kommen wird.“
Presse- und Fototermin:
Aktion „NEIN zu Olympia – auch 10 Jahre nach dem Referendum von 2015“
28. November 2025, 11:00 Uhr
Ballindamm Ecke Jungfernstieg, Hamburg
Vor Ort wird Sabine Sommer, Vorsitzende des BUND Hamburg, für Statements und Rückfragen zur Verfügung stehen.
Pressefotos:
Pressefotos der Aktion werden ab ca. 12:00 Uhr hier bereitgestellt: Nein zu Olympia | Flickr
Pressekontakt vor Ort:
Sabine Sommer, Vorsitzende, Tel. 0160 7990946, sabine.sommer(at)bund-hamburg.de
Für Rückfragen:
Milena Fischer, Leitung Kommunikation, Tel.: 040 / 600 387-12, kommunikation(at)bund-hamburg.de