Über 4.400 Amphibien gerettet

14. April 2026 | Amphibien, Flaechenschutz, Naturschutz, Artenschutz, BG Wandsbek

BUND zieht erfolgreiche Bilanz der Krötensaison 2026 in Hamburg

Erfolgreicher Einsatz für den Artenschutz: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat während der diesjährigen Amphibienwanderung in Hamburg an zwei zentralen Standorten mehr als 4.400 Amphibien sicher über Straßen gebracht. Die Zahlen zeigen deutlich, wie wirksam ehrenamtlicher Naturschutz ist und wie dringend er gebraucht wird.

Wilhelmsburg: 1.111 Tiere sicher über Straße und Radschnellweg

Im Wilhelmsburger Inselpark retteten Freiwillige innerhalb von sechs Wochen 1.111 Amphibien vor dem Straßentod. Darunter waren 846 Erdkröten, 187 Grasfrösche und 78 Teichmolche.

Die Helferinnen und Helfer kontrollierten den Schutzzaun meist allein oder in kleinen Teams, oft früh morgens oder spät abends. Trotz dieser eher stillen Arbeit blieb die Aktion nicht unbemerkt: Viele Passantinnen und Passanten zeigten Interesse und Dankbarkeit. Begegnungen mit den Tieren sorgten regelmäßig für Begeisterung.

„Viele Menschen bleiben stehen, fragen nach und freuen sich richtig über die Tiere. Das zeigt, wie wichtig solche Aktionen auch für die Umweltbildung sind“, sagt Dr. Gisela Bertram, stellvertretende Landesvorsitzende des BUND Hamburg.

Ein besonderer Abschnitt des Zauns wurde von den Aktiven „Molchhöhe“ genannt, weil dort besonders häufig Teichmolche in den Fangeimern entdeckt wurden. Erstmals kam zudem eine „Krötenretter-App“ zum Einsatz, über die sich die Freiwilligen vernetzen und aktuelle Zahlen austauschen konnten.

Volksdorfer Teichwiesen: Rekord bei Grasfröschen und Erholung beim Moorfrosch

Auch in den Volksdorfer Teichwiesen zeigt sich der Erfolg des Amphibienschutzes: 3.294 lebende Tiere wurden am Schutzzaun erfasst, hinzu kommen 52 Totfunde in nicht durch den Zaun gesicherten Straßenabschnitten. Zwar wurde der Rekord von 2024 nicht ganz erreicht (3.649 Tiere), dennoch gibt es bemerkenswerte Entwicklungen.

Besonders auffällig ist der starke Anstieg bei den Grasfröschen: Mit 695 Tieren wurde ein neuer Höchstwert erreicht. Grund dafür sind vermutlich die seit 2023 deutlich verbesserten Wasserstände im Naturschutzgebiet, die vor allem den in kleineren Gewässern laichenden Arten zugutekommen.

Auch die Zahl der Moorfrösche erreichte mit 19 Tieren einen neuen Höchststand. Die Art scheint sich nach den trockenen Jahren der Vergangenheit sichtbar zu erholen.

„Die Entwicklung zeigt, dass sich bessere Wasserstände und konsequenter Schutz direkt auszahlen. Gerade empfindliche Arten wie der Moorfrosch kommen zurück“, so Wolfram Hammer, Amphibien- und Artenschutzexperte beim BUND.

Auffällig war zudem ein deutlicher Überhang männlicher Tiere bei Grasfröschen und Erdkröten. Neben natürlichen Schwankungen könnten auch Witterungseinflüsse wie der kalte Winter sowie Schwierigkeiten bei der Bestimmung eine Rolle gespielt haben.

Naturschutz wirkt – braucht aber Unterstützung

Die Ergebnisse aus beiden Gebieten zeigen, dass bessere Lebensraumbedingungen und engagierter Einsatz vor Ort Amphibienbestände messbar stabilisieren können. Gleichzeitig macht der BUND deutlich, dass es dauerhafte Lösungen braucht: Leitsysteme wie Krötentunnel entlang von Straßen und Wegen sind unverzichtbar, denn der Verkehr bleibt eine der größten Gefahren für wandernde Amphibien und die aufwendige Handarbeit am Zaun kann langfristig keine Lösung sein.

Der BUND dankt ausdrücklich allen Ehrenamtlichen, dem Team des Inselparks sowie der Umweltbehörde für die Unterstützung. Der Einsatz erfolgte oft bei schwierigen Wetterbedingungen, also bei typisch kaltem und nassem „Krötenwetter“.

Mitmachen ausdrücklich erwünscht

Die Planungen für die kommende Saison laufen bereits. Für 2027 steht ein Großteil der Teams fest, dennoch werden weitere Freiwillige gesucht. Der BUND lädt alle Interessierten ein, sich aktiv am Amphibienschutz zu beteiligen.

 

Pressefotos: Amphibienschutz 2026 | Flickr

Bei Rückfragen: Milena Fischer, Leitung Kommunikation BUND Hamburg, Tel.: 040 600 387-12, kommunikation(at)bund-hamburg.de

 

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