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BUND-Landesverband Hamburg

Spatz in Gefahr

26. März 2019 | Flaechenschutz

Nach der neuen „Roten Liste gefährdeter Brutvogelarten“ gelten inzwischen auch "Allerweltsarten" als gefährdet. Ein deutliches Zeichen für die verfehlte Flächenpolitik des Senats.

Die Ergebnisse der heute vorgestellten „Roten Liste gefährdeter Brutvogelarten“ sieht der BUND als deutlichen Beleg dafür, dass die Flächenpolitik des Hamburger Senats den Naturschutz nicht ausreichend berücksichtigt. Seit der letzten Bestandsaufnahme im Jahr 2007 sind sechs weitere Vogelarten ausgestorben, vor allem Wiesenvögel wie der Kiebitz im starken Abwärtstrend und selbst Allerweltsarten wie Haussperling, Star und Fitis (Laubsänger) mussten neu als gefährdet einstuft werden.

„Die neue Rote Liste belegt, dass es vielen Vogelarten in den letzten Jahren schlechter geht. Die Wachsende Stadt geht mehr und mehr auf Kosten der Nahrungsgrundlagen und Nistmöglichkeiten für die Vogelwelt und es fehlt an extensiv bewirtschafteten Grünlandflächen. Ohne eine grundlegende Umkehr vor allem in der Siedlungspolitik werden viele weitere Arten aus Hamburg verschwinden“, so Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg.  

Als besonders besorgniserregend stuft der BUND Hamburg die Gefährdung von Allerweltsarten wie Star, Haussperling und Fitis ein. Diese drei Vogelarten, die noch vor zehn Jahren überall in Hamburg anzutreffen waren, sind deutlich auf dem Rückzug. So ist der Bestand an Haussperlingen fast um die Hälfte eingebrochen. Dass selbst solche Arten mittlerweile als gefährdet gelten, gibt es laut Auskunft der BUE in keiner anderen Großstadt.

Der BUND Hamburg fordert vom Senat, die Flächenvernichtung einzustellen und den Biotopverbund zu stärken. Die Vereinbarung der Regierungsparteien, innerhalb des zweiten grünen Rings eine „Netto-Null-Flächenpolitik“ zu betreiben, müsse auf ganz Hamburg übertragen werden. Derzeit gilt, dass für eine Flächeninanspruchnahme im zweiten grünen Ring eine Fläche an anderer Stelle im zweiten Grünen Ring entsiegelt werden soll.  

Der BUND appelliert aber auch an die Bevölkerung, in ihren Gärten und auf Balkonen etwas für Insekten zu tun, die wiederum eine wichtige Nahrungsgrundlage für viele Vogelarten sind. Gärten dürften nicht nach dem Gebot „möglichst pflegeleicht und immergrün“ gestaltet werden.

Für Rückfragen: Paul Schmid, Pressesprecher BUND Hamburg, T: 040 -600 387-12
 

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