BUND Hamburg fordert Transparenz bei Klimaschutz-Versprechen der U5 ein

12. November 2025 | Klimaschutz, Klimawandel, Baumschutz, Artenschutz, Energie, Verkehr, Mobilität

Hamburger Bauprojekte dürfen nicht auf fragwürdige CO2-Kompensation setzen

Anlässlich der 30. Weltklimakonferenz (COP30) im brasilianischen Belém fordert der BUND Hamburg verbindliche Standards für echten Klimaschutz bei Hamburger Großprojekten. Während auf der COP über milliardenschwere Klimaschutzprogramme verhandelt wird, werden Berichte über Greenwashing unter dem Deckmantel des Klimaschutzes ausgerechnet in Brasilien laut.

Konkret werden Aufforstungsprojekte kritisiert, die zu großflächigen Monokulturen, ökologischen Schäden und Vertreibungen führen. Die daraus vergebenen CO2-Zertifikate sind höchst fragwürdig und gaukeln eine „grüne" Industrieproduktion vor, die in Wahrheit auf Kosten von Mensch und Natur betrieben wird. Die Stahlindustrie nutzt beispielsweise Holzkohle aus brasilianischen Plantagen, um damit sogenannten „grünen Stahl“ zu produzieren. 

„Der Hamburger Senat muss den Klimaschutz ernst nehmen und sicherstellen, dass die Zertifikate, die beim Bau der U5 zum Einsatz kommen, kein Greenwashing sind“, erklärt Sabine Sommer, Vorsitzende des BUND Hamburg. „Bei Großprojekten darf Hamburg nicht auf missbräuchliche Emissionszertifikate hereinfallen. Wir brauchen vollständige Transparenz über die Lieferketten und Unternehmensstrukturen.“

Die Hochbahn wirbt damit, erstmals bei einem deutschen Infrastrukturprojekt die gesamte Lieferkette der Baumaterialien zu betrachten und CO2-Emissionen um 70 Prozent zu reduzieren. Für das Projekt wird CO2-reduzierter Stahl eingesetzt, der durch Recycling und Einsatz erneuerbarer Energien hergestellt wird.

„Der Einsatz von recyceltem Stahl und erneuerbarer Energien ist grundsätzlich der richtige Ansatz“, so Sommer. „Aber wir müssen sicherstellen, dass der versprochene Standard bei den Zertifikaten wirklich gewährleistet ist. Menschenrechts- und Umweltstandards müssen für alle Zulieferer entlang der Lieferkette gelten.“

 

Zum Hintergrund:

Die ARD-Dokumentation „Verschollen – Die Doku: Schmutzige Geschäfte mit dem Klimaschutz“, ausgestrahlt am 12. November 2025, zeigt, wie im brasilianischen Cerrado unter dem Vorwand des Klimaschutzes großflächig Eukalyptus-Monokulturen angelegt werden. Die Holzkohle wird für die Stahlproduktion als „grüner Stahl“ vermarktet. Lokale Gemeinden werden vertrieben, intakte Wälder gerodet und die Artenvielfalt zerstört. Alles, um die Plantagen anzulegen, deren Wasserverbrauch zu dramatischem Grundwasserrückgang führt.

Die 30. Weltklimakonferenz (COP30) findet derzeit in Belém, Brasilien, statt.

 

Bei Rückfragen: 

Sabine Sommer, Vorsitzende, Tel. 0160 7990946, sabine.sommer(at)bund-hamburg.de

Milena Fischer, Leitung Kommunikation, Tel.: 040 / 600 387-12, kommunikation(at)bund-hamburg.de

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