Hamburg muss seine Böden, Bäume und Grünflächen konsequenter schützen, um für Hitze, Dürre und Starkregen gewappnet zu sein. Mit dem Leitantrag „Flächenschutz für ein klimaresilientes Hamburg“ macht der BUND Hamburg Flächenschutz und Klimaanpassung zum Schwerpunkt der Verbandsjahre 2027/28. Die Mitgliederversammlung fordert Senat und Bürgerschaft auf, Flächensparen, Entsiegelung und den Erhalt von Stadtgrün verbindlich in der Stadtentwicklung zu verankern.
„Jeder unversiegelte Boden, jeder erhaltene Baum und jede wohnortnahe Grünfläche helfen, Hamburg gegen die Folgen der Klimakrise zu wappnen. Wer Flächen schützt, schützt auch die Menschen in dieser Stadt. Deshalb muss Hamburg dem Erhalt seiner natürlichen Lebensgrundlagen endlich Vorrang geben“, erklärt Sabine Sommer, Landesvorsitzende des BUND Hamburg.
Im Zentrum des Leitantrags steht das Ziel einer Netto-Null-Flächenversiegelung. Neue Versiegelung soll auf das Unvermeidbare begrenzt werden. Für zusätzlichen Wohnraum sollen vorrangig Baulücken und Leerstände genutzt sowie bestehende Gebäude umgenutzt werden. Zugleich fordert der BUND mehr Personal und finanzielle Mittel für Entsiegelung und die anschließende Pflege der Flächen, unter anderem für den Wettbewerb „Abpflastern“.
Hamburg soll das Schwammstadt-Prinzip konsequent umsetzen: Regenwasser vor Ort aufnehmen, speichern und versickern lassen. Dabei sollen natürliche Maßnahmen Vorrang vor technischen Lösungen haben. Dafür braucht es ein zusammenhängendes Netz aus Grünflächen, Kleingewässern und Gründächern. Weitere Forderungen sind der Schutz und die Wiedervernässung von Mooren sowie der Erhalt und die Neupflanzung von Straßenbäumen, deren Schutz bereits in der Bauplanung stärker berücksichtigt werden soll.
Hitzeschutz ist auch eine Frage sozialer Gerechtigkeit. Menschen ohne eigenen Garten sind besonders auf öffentliches Grün angewiesen. Vorrang sollen deshalb naturarme und hitzebelastete Quartiere erhalten, ebenso die Außenanlagen von Kitas, Schulen, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern. Um Umweltgerechtigkeit stärker in der Stadtentwicklung zu verankern, will sich der BUND Hamburg gemeinsam mit Sozialverbänden im Bündnis „Starker Sozialstaat Hamburg“ engagieren.
Das für 2027 vorgesehene neue Stadtentwicklungskonzept bietet die Chance, diese Forderungen verbindlich zu verankern. Der BUND Hamburg fordert seine Beteiligung ein und wird fachliche Vorschläge einbringen. Gemeinsam mit seinen Bezirks-, Arbeits- und Projektgruppen will der Verband den Flächenschutz auch vor Ort vorantreiben und sich für eine klimaresiliente Stadtentwicklung einsetzen.
Die Mitgliederversammlung wählte außerdem den Landesvorstand: Sabine Sommer wurde als Landesvorsitzende wiedergewählt.
Der neue Vorstand wird die beschlossenen Forderungen gegenüber Senat, Bürgerschaft und Behörden vertreten und die Umsetzung des Schwerpunkts vorantreiben. Die Mitgliederversammlung dankte den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern für ihr Engagement.
Pressefotos: Mitgliederversammlung 2026 | Flickr
Bei Rückfragen:
Milena Fischer, Leitung Kommunikation BUND Hamburg, Tel.: 040 600 387-12, kommunikation(at)bund-hamburg.de
