BUND-Landesverband Hamburg

BUND fordert neue Dimension bei der Luftreinhaltung in Hamburg

22. September 2021 | Klimaschutz, Luftreinhaltung

Neue Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation bestätigen Gesundheitsschäden durch Luftschadstoffe / BUND erwartet neue Vorgaben der EU-Kommission

Nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) heute ihre neuen globalen Luftgüteleitlinien vorgestellt hat, fordert der BUND eine neue Dimension bei der Luftreinhaltung in Hamburg. Die Zeiten in denen diskutiert wurde, ob es überhaupt schärfere Maßnahmen zur Reduzierung von Luftschadstoffen in Hamburg geben müsse, wenn die Werte nur noch knapp über den Grenzwerten liegen, müssten endgültig vorbei sein.

„Die Informationen und Forderungen der WHO sind eine schallende Ohrfeige für den Senat, der bis heute versucht, die Luftbelastung in Hamburg schönzurechnen, schönzumessen und schönzureden. Wenn die WHO im Sinne des Gesundheitsschutzes für die Menschen fordert, dass der Grenzwert von 40 µg/m3 Stickstoffdioxid in der Luft auf 10 µg abgesenkt werden muss, wirkt es geradezu absurd, wenn die Umweltbehörde um 2-3 µg feilscht und in vier Metern Höhe messen will, weil neben der Messstation gerade niemand im Erdgeschoss wohnt“, empört sich Christiane Blömeke, Vorsitzende des BUND Hamburg.

Nach Schätzungen der WHO verursacht die Belastung durch Luftverschmutzung jährlich sieben Millionen vorzeitige Todesfälle und den Verlust von noch mehr gesunden Lebensjahren. Allein in Deutschland gehen Wissenschaftler*innen davon aus, dass rund 66.000 Menschen pro Jahr an den zu hohen Feinstaubkonzentrationen sterben.

Aus Sicht des BUND ist nun eine radikale Wende in der Luftreinhaltepolitik in Hamburg erforderlich. Dazu gehörten eine Reduzierung des PKW-Verkehrs um mindestens 50 Prozent, eine konsequente Kontrolle von PKW, LKW und Bussen auf Einhaltung der Schadstoffwerte sowie großräumige Fahrverbote in besonders belasteten Bereichen. Um die so genannte Hintergrundbelastung abseits der Straßen zu senken, braucht es aus Sicht des BUND besonders strenge Regeln für den Betrieb von Öl-, Gas- und vor allem Holzheizungen sowie eine deutliche Begrenzung des Schadstoffausstoßes im Hafen und durch den Betrieb des Hamburger Flughafens.

Der BUND hat sich in mehreren Gerichtsverfahren gegen die Stadt Hamburg durchgesetzt, damit diese die seit über zehn Jahren geltenden europaweit geltenden Grenzwerte einhalten muss. Nun ist davon auszugehen, dass die EU-Kommission diese Grenzwerte im Sinne der WHO-Vorgaben nochmals verschärfen wird.

„Wir fordern den Hamburger Senat und die Umweltbehörde deshalb auf, einen Luftreinhalteplan auf den Weg zu bringen, der nicht nur die Einhaltung der derzeit gültigen Grenzwerte berücksichtigt, sondern auch die neuen Vorgaben der WHO. Ansonsten läuft der Senat Gefahr, dass der Plan bereits in wenigen Monaten wieder vor den Gerichten landet“, so Christiane Blömeke.

Für Rückfragen: Paul Schmid, BUND-Pressesprecher, Tel. (040) 600 387 12

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