Beton statt Wasserstoff – Hamburg verbaut sich seinen klimaneutralen Hafen

19. Februar 2024 | Energie

Autobahn A26 Ost verhindert großflächige Wasserstoffentwicklung

Ab 2026 soll erstmals in Hamburg-Moorburg grüner Wasserstoff hergestellt werden. Wie kürzlich bekannt wurde, hat die Europäische Union nun zugestimmt, dass der Bund und Hamburg das Wasserstoff-Projekt in Moorburg mit über 250 Millionen Euro fördern dürfen.

Dazu kommentieren die Hamburger Landesverbände von BUND und NABU:

„Es ist für die Energiewende und die Weiterentwicklung des Hafens ein gutes Zeichen, dass der Bau des Elektrolyseurs in Hamburg endlich beginnen kann und die EU für die Förderung grünes Licht gegeben hat. Mit 100 MW Leistung wird dieser dem tatsächlich Bedarf in Hamburg aber nicht gerecht. Die Wasserstoffproduktion muss wachsen, wofür deutlich mehr Flächen benötigt werden. Diese gibt es in unmittelbarer Nähe im Hamburger Hafen auf der Hohen Schaar. Doch ausgerechnet über diese Flächen führt die Trassenführung der geplanten A26 Ost.

Wasserstoff fällt unter die Störfallverordnung, so dass Mindestabstände zwischen der geplanten Autobahn und der Wasserstoffinfrastruktur einzuhalten sind. Beides zusammen wird am gleichen Standort nur eingeschränkt möglich sein. Schon in der Planungsphase beschränkt sich Hamburg in seiner Weiterentwicklung als Vorreiter der Energiewende und verspielt damit die Chance, ein wichtiger Player in der Wasserstoffproduktion zu werden.“

Hintergrund:
Grüner Wasserstoff, der aus Erneuerbaren Energien gewonnen wird, ist als Speichermedium für die Energiewende unerlässlich. Der gewonnene Strom aus Sonnen- und Windenergie wird genutzt, mithilfe eines Elektrolyseurs Wasser in grünen Wasserstoff umzuwandeln. Dieser kann dann in Zeiten ohne ausreichende Sonnenstrahlung oder Wind die benötigte Energie liefern und trägt damit zur Versorgungssicherheit bei.

Für Rückfragen:
Jonas Voß, Pressesprecher NABU Hamburg, Tel. 040.69 70 89 23, voss(at)nabu-hamburg.de
Lotta Repenning, Pressesprecherin BUND Hamburg, Tel. 040 600 387 12, presse@bund-hamburg.d

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