Aus Acker wird Artenparadies: Heidschnucken pflegen buntes Grünland in Wilhelmsburg

23. Juli 2026 | Artenschutz, Bienen, Flaechenschutz, Lebensräume, Naturschutz, Vögel

Natürliche Beweidung fördert Insektenvielfalt und schafft Lebensräume für Brutvögel

Hamburg-Wilhelmsburg. Wo vor zwölf Jahren noch Ackerbau betrieben wurde, grasen heute Heidschnucken zwischen Wildblumen und Gräsern. Seit diesem Frühjahr übernimmt eine Heidschnuckenherde die Pflege der artenreichen Flächen der BUND-Stiftung Ausgleich Altenwerder am Siedenfelder Weg. Die extensive Beweidung trägt dazu bei, die biologische Vielfalt zu erhalten und weiterzuentwickeln – davon profitieren Pflanzen, Insekten und zahlreiche Vogelarten.

„Für unsere artenreichen Flächen sind Heidschnucken ideale Landschaftspfleger. Sie kommen mit dem vielfältigen Pflanzenbestand hervorragend zurecht und fördern durch ihre Beweidung genau die Strukturvielfalt, die viele Insekten und andere Arten benötigen. Dass aus einer ehemaligen Ackerfläche heute ein buntes Grünland entstanden ist, zeigt, wie erfolgreich sich solche Flächen mit Geduld und der richtigen Pflege entwickeln können“, sagt Gisela Bertram von der BUND-Stiftung Ausgleich Altenwerder.

Von der extensiven Beweidung profitieren unter anderem Wildbienen, Heuschrecken und zahlreiche weitere Insektenarten. Auch die Dungkäfer- und Mistkäferfauna findet hier geeignete Lebensräume. Die Insekten wiederum bilden die Nahrungsgrundlage für Vögel wie Mehlschwalben, Feldsperlinge und Mauersegler, die am benachbarten BUND-Trafohaus brüten.

Die Heidschnucken leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Landschaftsmosaik im Wilhelmsburger Osten. Hier wechseln sich Acker- und Gemüseflächen mit unterschiedlich genutztem Grünland, Obstwiesen und wasserführenden Gräben ab. Diese abwechslungsreiche Kulturlandschaft bietet zahlreichen Tier- und Pflanzenarten wertvolle Lebensräume und stärkt die biologische Vielfalt in Hamburg.

Hintergrund:

Die heute beweidete Fläche wurde 2014 von der BUND-Stiftung Ausgleich Altenwerder erworben. Nach dem Ende der landwirtschaftlichen Nutzung wurde sie 2016 entsprechend den Zielen des Landschaftsprogramms zu Grünland entwickelt und mit einer regionalen Saatgutmischung eingesät. In den vergangenen Jahren entstand daraus ein buntes, artenreiches Grünland.

Nach dem Ruhestand des bisherigen Tierhalters, der die Flächen für seine Galloways nutzte, setzt die Stiftung nun auf Heidschnucken. Schäfer Volker Derbisz, der im letzten Jahr die Deiche in Wilhelmsburg und Moorwerder mit seiner Herde pflegte, übernimmt nun die Beweidung der Stiftungsflächen in Wilhelmsburg und Moorwerder.

Die Tiere bleiben jeweils nur für kurze Zeit auf einer Fläche und ziehen anschließend weiter. Diese kleinräumige Beweidung schafft unterschiedlich hohe Pflanzenbestände und offene Bodenstellen. So entsteht ein vielfältiges Lebensraummosaik, das zahlreichen Tier- und Pflanzenarten zugutekommt.

Hinweis für Redaktionen:

Bildmaterial der Heidschnuckenherde stellen wir auf Anfrage gern zur Verfügung.

Bei Rückfragen: 
Milena Fischer, Leitung Kommunikation, 040 / 600 387-12, kommunikation(at)bund-hamburg.de

 

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