BUND-Landesverband Hamburg

A26 Ost

Stell Dir vor, es ist Klimakrise und Hamburg baut eine Autobahn

Was absurd klingt, will der Hamburger Senat tatsächlich umsetzen: Die A26 Ost soll im Hamburger Süden die A7 mit der A1 verbinden, um das bestehende Straßensystem im Bedarfsfall entlasten zu können. Für die geplanten 9,7 km Autobahn greift Hamburg tief in die Tasche. Die Kosten für den Bau wurden zuletzt auf 1,8 Mrd. EUR geschätzt, bei den aktuellen Entwicklungen im Bausektor eher steigend – und nicht nur die Kosten sind Irrsinn! Der Bau der Autobahn würde viele Arten gefährden, wertvolle Moorböden zerstören und ist damit extrem klimaschädlich. Das können wir nicht zulassen! Zusammen mit dem NABU fordern wir den sofortigen Stopp der Planungen. Dazu haben wir eine Stellungnahme im Planänderungsverfahren der A26 Ost eingereicht, die folgende Punkte beinhaltet:

Die A26 Ost...

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ist extrem klimaschädlich

Die Bundesrepublik Deutschland hat bereits 2016 das Pariser Klimaschutzübereinkommen ratifiziert, das das Ziel verfolgt, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 bzw. maximal 2 Grad zu begrenzen.

Die Klimaschädlichkeit der A26 Ost ist ein wichtiger Grund für unsere Klageabsicht. Die Bauweise bedingt große Betonmengen und damit Treibhausgase. Das ist weder zeitgemäß noch mit dem Urteil des Bundesverfassungsberichts zum Klimaschutzgesetz zu vereinbaren. In dessen Folge verschärfte die Bundesregierung die Klimaschutzziele. Bereits 2045 muss die Bundesrepublik klimaneutral sein. Für den Reduktionspfad aus dem Verkehr bedeutet das: Bis 2030 sind nur noch 85 Mio. t CO2 zulässig. Berücksichtigt man alle geplanten Minderungsmaßnahmen, so müssen wir dennoch von einem Defizit von zwischen 40 und 45 Mio. t CO2 ausgehen. Diese Reduktionsziele sind nicht mit den CO2-Emissionen, die durch Bau und Betrieb der Autobahn entstehen, zu vereinbaren.

zerstört wertvolle Moorflächen

Moore sind die wichtigsten CO2-Speicher der Erde. Im Kampf gegen die Klimakatastrophe brauchen wir sie unbedingt. Die geplante Trasse der A26 Ost verläuft über besonders schützenswerte Niedermoorböden von bis zu 4 Metern Mächtigkeit - nirgendwo anders in Hamburg gibt es noch solche dicken Torfböden. Würden sie überbaut, vertun wir die Chance, diese Böden zu renaturieren und verschenken somit ihr Potential für den Klimaschutz. Das können wir uns nicht mehr erlauben!

Tatsächlich besteht beim Abtragen der Torfe die große Gefahr, dass dort gebundenes CO2 freigesetzt wird. Zudem tritt bei der Moorentwässerung das noch viel klimaschädlichere Lachgas aus. Beide Gase tragen so selbst zur Erderwärmung bei.

behindert die Verkehrswende

Die Klimaziele im Verkehr sind in aller erster Linie durch die Verlagerung von Verkehr auf Schiene und Umweltverbund erreichbar. Das weiß auch der Hamburger Senat, der sich das Ziel gesetzt hat, den Anteil des Umweltverbunds im gesamten Stadtverkehr von aktuell 64 auf 80 % bis 2030 zu erhöhen. Die Verkehrswende, der künftige Rückgang des Fernstraßenverkehrs: Beides wurde bei den Planungen überhaupt nicht berücksichtigt. Wie dazu eine weitere Autobahn passt? Überhaupt nicht!

Deshalb fordert der BUND, alle Fernstraßenneubauten neu zu überprüfen. Hier können Sie an der Aktion teilnehmen: Zukunft sinnvoll planen: Keine neuen Autobahnen!

gefährdet die Artenvielfalt

Der Bau der A26 Ost würde zahlreiche Lebensräume von Tieren und Pflanzen unwiederbringlich zerstören. Für uns Menschen gehen Erholungsräume verloren. Das Gebiet ist durch dem angrenzenden Hafen, Industrie, Gewerbe und Verkehrswege bereits stark belastet. Gerade deshalb sind die verbliebenen Flächen und Lebensräume besonders zu schützen.

Stellvertretend für viele betroffene Arten stellen wir hier zwei vor:

Moorfrosch

Der Moorfrosch ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Nach dem Gesetz ist es verboten, solche Arten „erheblich zu stören“. Die Auswirkungen einer Störung durch einen jahrelangen Autobahnneubau im unmittelbaren Lebensraum und noch mehr die dauerhafte Zerschneidung der Lebensräume durch eine Autobahn sind leicht vorstellbar.

Der Moorfrosch wurde auf der geplanten Trasse in einer kleinen Populationen festgestellt. Gerade kleine Populationen sind besonders gefährdet, weil jede Störung, z.B. durch verlängerte Wanderwege zum Laichgewässer die Population bereits so schädigen kann, dass sie letztlich lokal ausstirbt. Eigentlich müssten alle Frösche in allen Gebieten, in denen sie noch vorkommen, stark gefördert werden, da alle Populationen gerade stark zurückgehen. So müssten die Lebensräume konkret durch Vernässung und Schaffen von Verbindungen verbessert werden. Der Neubau einer Autobahn ist da keine gute Idee, sondern kontraproduktiv – denn sie führt zu Lebensraumverlusten und damit zu weiteren Verlusten bei den Tieren.

Kleinspecht

Der Kleinspecht kommt in Hamburg nur noch selten vor.

Die Autobahn-Planung geht davon aus, dass der jetzige Lebensraum auf der geplanten Trasse auch weiterhin für den Kleinspecht attraktiv bleibt. Das wird in der Realität nicht funktionieren, denn 75 % des heutigen Waldes wird entweder direkt überbaut oder unmittelbar an die Trasse grenzen, dass keine Eignung für den Kleinspecht mehr besteht. Sein Lebensraum ginge damit verloren.

Zum Brüten benötigt der Kleinsprecht alten Baumbestand. Diesen gibt es aktuell in der Umgebung der geplanten Trasse noch in dem Waldstück auf den ehemaligen Brunnengelände - in der umliegenden Gegend ist ein vergleichbarer, geeigneter Baumbestand schlicht nicht mehr vorhanden.

Doch was ist die Alternative?

Die gute Nachricht: Es gibt eine! Die Hafenhauptroute muss zwar ebenfalls ausgebaut werden, dies ist aber kostengünstiger und mit weniger Umweltwirkungen realisierbar, als eine komplett neue Autobahn zu bauen. Hier ist der Verlauf über den Veddeler Damm zu sehen:

NABU Hamburg / mapz.com

Und wie geht es nun weiter?

Zusammen mit dem Nabu prüfen wir aktuell eine Klage gegen die A26 Ost. Möchten Sie uns dabei unterstützen? Dann spenden Sie spenden Sie hier oder tragen Sie sich hier für unseren Aktionsverteiler zur A26 ein. Wir informieren Sie gerne über Aktionen rund um die A26 Ost.

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Keine neuen Autobahnen!

Will Deutschland die Klimakrise eindämmen, muss der CO2-Ausstoß im Verkehr bis 2030 halbiert werden. Verkehrsminister Wissing hält jedoch an dem Plan fest, hunderte Kilometer neue Autobahnen zu bauen. Fordern Sie den Minister jetzt mit Ihrer Nachricht auf, den Bau neuer Autobahnen zu stoppen!

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