BUND-Landesverband Hamburg

A26 Ost

Der BUND fordert den sofortigen Stopp der A26 Ost

Keine neue Stadtautobahn!

Der BUND Hamburg lehnt die Planungen zur A26 Ost, der so genannten Hafenpassage, ab. Ein Autobahnneubauprojekt in dieser Größenordnung ist nicht zeitgemäß und widerspricht im Grundsatz den Zielen der Raumordnung und des Klimaschutzes.

Im laufenden Planfeststellungsverfahren zur A26 Ost richtet sich unsere Kritik vor allem gegen folgende Punkte:

Absage an Klima- und Naturschutz

Die A26 Ost würde wertvollen Naturraum zerstören. Die geplante Trassenführung verläuft unter anderem durch Flächen, die unter Landschaftsschutz stehen. In dem Gebiet finden sich allein 53 Pflanzenarten, die auf der „Roten Liste“ stehen und mehr als 80 Brutvogelarten, von denen 12 gefährdet und vier sogar vom Aussterben bedroht sind.

Das Projekt führt zu noch mehr LKW- und PKW-Verkehr (induzierter Verkehr) und trägt auch durch den Einsatz von enormen Mengen Grauer Energie für den Bau zur Klimakrise bei.

„Scheibchen“-Taktik

Für den Streckenabschnitt Ost wurde, wie bereits für den westlichen Teil, eine Unterteilung in einzelne Planungs-Abschnitte vorgenommen. Damit wird auch für jeden Streckenabschnitt eine eigene Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erstellt, es erfolgt jedoch keine Betrachtung der Umweltauswirkungen des Gesamtvorhabens der A26 Ost. Hier liegt unseres Erachtens bereits ein Verstoß gegen die Vorgaben für eine ordnungsgemäße Umweltverträglichkeitsprüfung vor (siehe § 31 Abs. 4 UVPG). Durch die Unterteilung in einzelne Planungsabschnitte werden bereits im Vorfeld unwiderruflich Fakten geschaffen, die eine Beteiligung an späterer Stelle im Rahmen der weiteren Streckenabschnitte zur Farce verkommen lassen. Insbesondere Teile der in Wilhelmsburg geplanten Streckenführung, also des letzten Streckenabschnittes, hätten gravierende Auswirkungen auf wertvolle Flächen des Naturraums.

Fehlende Planungsrechtfertigung: Mangelnder Bedarf und hohe Kosten

Die geplante A26 Ost ist mit ca. 150 Mio. Euro pro Kilometer eines der teuersten Autobahnprojekte Deutschlands. Die Planungen und die damit verbundenen Kosten werden damit gerechtfertigt, dass der Hamburger Hafen auch zukünftig gut erschlossen und an das vorhandene Autobahnnetz angebunden sein müsse. Für eine leistungsfähige Hafenerschließung würde es aber eigentlich völlig ausreichen, die bestehende Haupthafenroute zu ertüchtigen und zu sanieren. Der Bau einer zusätzlichen, parallel verlaufenden Autobahn lediglich ein Stück weiter südlich wäre damit überflüssig.

Die Planung der A26 Ost basiert auf völlig überzogenen Umschlagsprognosen für den Hamburger Hafen. So wird auf den Hafenentwicklungsplan von 2012 abgestellt, der noch von einem zukünftigen Containerumschlag von 25 Mio. TEU (Standardcontainer) pro Jahr ausgeht. Diese Prognosen sind überholt, Expert*innen rechnen jetzt in der mittelfristigen Perspektive allenfalls mit 10 – 12 Mio. TEU Jahresumschlag.  

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