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BUND-Landesverband Hamburg

Drei Beispiele für Suffizienzpolitik

Wien : Begegnungszone

Ziel:
Wien plant, den Autoanteil am Verkehr trotz wachsender Bevölkerung auf 20 Prozent zu senken, bis 2030 auf 15 Prozent. Die Wiener*innen sollen zum Radfahren und zu Fuß gehen motiviert werden oder auf Bus und Bahn umsteigen. 

Beispiel-Maßnahme:
Seit 2013 wird in Wien die stark befahrene Einkaufsstraße "Mariahilfer" in eine Zone mit Gleichberechtigung für Fußgänger*innen, Radfahrer*innen und Autofahrer*innen umgewandelt. Beschlossen wurder der Umbau durch eine Bürger*innenbefragung mit 53% Zustimmung nach einer wochenlangen Informationskampagne der Vizebürgermeisterin. 

Erfolg:
Mittlerweile hat sich die Skepsis vieler Bürger*innen in Begeisterung gewandelt, denn die "Begegnungszone" trägt zur Attraktivität der Einkaufsstraße bei, senkt den Autoverkehrsanteil, lässt die Menschen gesünder durch die Straße wandern. Die von Ladenbesitzer*innen befürchteten wirtschaftlichen Nachteile durch den beschränkten Autoverkehr blieben aus. 

Andernach: Essbare Stadt

Ziel:
Die Grünflächen der Stadt (30.000 EW) sollen für Bürger*innen wieder attraktiv werden und  gleichzeitig ökologische,  ökonomische  und  ästhetische Funktionen  unterstützen. Das Konzept der „Essbaren Stadt“ will  Grünflächen als Lebensmittelpunkt wieder mit Lebensmitteln erlebbar machen.

Maßnahme:
Es wurden sogenannte "Angsträume" - Orte an denen sich zuvor wenige oder gar keine Menschen aufhielten - mit Gemüse, Obst und anderen Pflanzen bepflanzt. Statt "Betreten verboten" heißt es nun "Pflücken erlaubt".

Erfolg:
Die Bürger*innen setzen sich vermehrt für die öffentlichen Grünflächen ein. Sie finden mehr Zugang zu einer bewussten und gesunden Ernährung. Dieses Projekt vereint Ziele wie die stadtklimatische Aufwertung, Schaffung neuer Lebensräume, eine Verbesserung der Ökobilanz und die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt. Befürchteter Vandalismus blieb aus.

 

 

Houten / NL : Fahrrad 2 x schneller als Auto

Ziel:
Jede innerstädtische Strecke soll mit dem Fahrrad doppelt so schnell zurückzulegen sein wie mit dem Auto. Dies soll der Verkehrssicherheit und Umweltqualität sowie der körperlichen Aktivität der Bevölkerung verbessern.

Maßnahme:
Die Verkehrsführung von Houten wurde komplett neu geplant. Der Autoverkehr wird über die außerstädtischen Umgehungsstraßen geführt. Die kurzen innerstädtischen Verbindungen sind größtenteils den Fahrradfahrer*innen und Fußgänger*innen vorbehalten.

Erfolg:
Das Verkehrsmittel Fahrrad wird sehr stark genutzt, der Autoanteil lag 2010 bei nur noch 35%, die Emissionen sind stark zurückgegangen. Ein heutiges Verkehrsproblem ist, ausreichend Abstellplätze für Fahrräder an Haltestellen des ÖPNV bereitzustellen.

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