Kohlekraftwerk Moorburg

Das Kohlekraftwerk Moorburg ist ein teures Lehrstück der fossilen Energiepolitik

Das Kohlekraftwerk Moorburg ist inzwischen abgeschaltet. Die Stilllegung war klimapolitisch richtig, auch wenn sie das Ergebnis einer energiepolitischen Fehlentwicklung war. Milliarden wurden in eine fossile Infrastruktur investiert, obwohl bereits absehbar war, dass Kohlekraftwerke langfristig keine Zukunft haben.

Immer wieder wird behauptet, die Abschaltung habe dem Klimaschutz geschadet, weil andere Kraftwerke nun häufiger eingesetzt würden. Diese Argumentation greift jedoch zu kurz. Der wirtschaftliche und energiepolitische Misserfolg von Moorburg hatte viele Ursachen: unternehmerische Fehlentscheidungen, politische Rahmenbedingungen und eine Energiepolitik, die Klimarisiken lange unterschätzt hat.

Wir haben uns früh gegen die Kühlung mit Elbwasser und gegen eine langfristige Einbindung des Kraftwerks in die Fernwärme eingesetzt. Damit wurde verhindert, dass die Kohleverbrennung in der Hamburger Wärmeversorgung über Jahrzehnte festgeschrieben wird.

Moorburg zeigt, wie riskant und teuer Investitionen in fossile Großprojekte sind. Für uns bleibt das Kraftwerk ein Mahnmal der Energiepolitik. Neue fossile Abhängigkeiten dürfen sich nicht wiederholen. Deshalb setzen wir uns weiterhin für eine Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen, mehr Effizienz und eine klimafreundliche Wärmeversorgung ein.

 

Hintergrund: Die Geschichte des Kraftwerks Moorburg

2004: Der Bau eines neuen Steinkohlekraftwerks am Standort Moorburg wird angekündigt.

2007: Beginn der Bauarbeiten für eine der größten Steinkohleanlagen Deutschlands mit zwei Blöcken à rund 800 MW Leistung.

2008–2017: Genehmigungen und Umweltauflagen führen zu langjährigen juristischen Auseinandersetzungen, unter anderem wegen der Kühlung mit Elbwasser und möglicher Auswirkungen auf Fischbestände.

2015: Das Kraftwerk geht nach jahrelanger Planung und Bauphase in Betrieb.

2020: Der Betreiber beteiligt sich an der bundesweiten Kohleausstiegsauktion und entscheidet sich für eine vorzeitige Stilllegung.

2021: Das Kraftwerk wird endgültig abgeschaltet.

2023: Die Stadt übernimmt den Standort, um ihn perspektivisch für Wasserstoff- und Energiewende-Infrastruktur zu nutzen.

2025: Große Teile der Anlage werden zurückgebaut und Bauwerke des ehemaligen Kraftwerks gesprengt.

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