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BUND-Landesverband Hamburg

Fernwärme-Kraftwerk Wedel

Das Kohlekraftwerk Wedel hat über 50 Jahre lang Fernwärme für Hamburg produziert. Nun soll es abgeschaltet und durch regenerative Wärmequellen ersetzt werden. Der BUND engagiert sich dafür, dass nicht doch noch Fernwärme aus Moorburg zum Einsatz kommt.

 (Dirk Seifert)

Bereits im Dezember 2015 erteilte der BUND einem Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) am Standort Wedel eine klare Absage. Ein neues fossiles Großkraftwerk für die Hamburger Fernwärme würde nicht zuletzt dem Volksentscheid zur Übernahme der Energienetze widersprechen. Dieser nennt als verbindliches Ziel „eine sozial gerechte, klimaverträgliche und demokratisch kontrollierte Energieversorgung aus erneuerbaren Energien“.

Durch den Wegfall des Kohlekraftwerks Wedel müssen nach Gutachtereinschätzung 250 MW Wärmeerzeugungskapazität kompensiert werden. Ab 2016 werden bereits 150 MW durch das Heizwerk Haferweg gedeckt, so dass eine Versorgungssicherheit bis zur Realisierung weiterer Anlagen weitgehend gegeben ist. Weitere Wärmeerzeugungskapazitäten können aus Sicht des BUND durch die Nutzung industrieller Abwärme bereitgestellt werden.

Für den Ersatz des Kohlekraftwerks Wedel prüft die BUE derzeit zwei Szenarien. Im sogenannten „Süd“- Szenario soll u. a. eine Wärmepumpe das Abwasser des Klärwerkes Dradenau nutzen und die Müllverbrennungsanlage Rügenberger Damm (MVR) zukünftig in das Fernwärmenetz integriert werden. Dazu wäre der Bau einer neuen Wärmeleitung nach Norden unter der Elbe notwendig. Dieses Szenario bietet im Vergleich zum „Szenario Nord“ eine höhere Einspeisung von Erneuerbarer Wärme und wäre damit klimapolitisch zu bevorzugen.

Hochproblematisch ist allerdings, dass durch die Einspeisung der MVR in das Fernwärmenetz deren bisherige Wärmelieferung an ein Industrieunternehmen durch das Kraftwerk Moorburg aufgefangen werden soll. Damit wäre Moorburg zusätzlich ökonomisch abgesichert und zudem an der MVR die Einspeisung von Moorburg-Wärme in das zukünftig stadteigene Fernwärmenetz technisch möglich.

Der BUND Hamburg lehnt jede auch indirekte Einspeisung von Moorburg-Wärme in das zukünftig städtische Fernwärmenetz ab. Die Szenarien für den Ersatz des Kraftwerkes Wedel sind daraufhin zu prüfen.
 

 

 

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