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BUND-Landesverband Hamburg

Naturprojekt für Kindertagesstätten

Erzieher*innen in unseren Partnerkitas werden bei Ausflügen in naturpädagogischen Methoden fortgebildet, die die Aufmerksamkeit der Kinder auf die Natur lenken sollen. Dabei ist das Ziel, dass mehr Kitakinder regelmäßig Ausflüge in die Natur unternehmen

Spielen in der Natur beim Naturprojekt für Kindertagesstätten fördert

  • Die körperliche Entwicklung. Wer sich viel auf unebenem Gelände bewegt, tut etwas für den Gleichgewichtssinn und die Fitness
  • Das Sozialverhalten. In der Natur arbeiten Kinder besser zusammen und sprechen sich auch öfter ab, was die Sprachentwicklung fördert

Weitere Angebote für Kinder

Kinderumwelthaus

Naturerfahrungen mitten in der Stadt

Wie Kinder die Natur erleben, ist aus Erwachsenensicht schwer zu sagen. Aber wenn man von alten Eichen hört, in denen die Hexe wohnt oder von einem Wald, in dem der Grüffelo zu Hause ist, kann man neidisch werden, wie viel Zauber ein Wäldchen haben kann. Fast alle Kinder im frühen Alter begeistern sich für die Natur, und diese Begeisterung will der BUND durch einen intensiven Kontakt zur Natur unterstützen und fördern.

Im städtischen Lebensumfeld lässt sich Natur oft nicht mehr selbstverständlich erfahren. Den wenigsten Kindern ist es heutzutage erlaubt, allein oder mit Freunden im Wald zu spielen. Kollektive Ängste verhindern, dass Eltern ihren Kindern diese Freiheiten lassen. Wie aber können Kinder dann der Natur begegnen? Denn dies ist die Voraussetzung, um für unsere Mitgeschöpfe aus vollem Herzen Verantwortung zu übernehmen. Hier können Kindergärten eine wichtige Rolle spielen.

Hamburg als grüne Stadt lädt geradezu ein, einen Naturraum in der Nähe der Kita regelmäßig aufzusuchen und intensiv kennenzulernen. Die Kinder haben dort unerwartete Erlebnisse, finden Lösungen für knifflige Herausforderungen und erleben gemeinsame Abenteuer in einer Umgebung, die die Fantasie anregt.

Begleitende Naturpädagogik im Kindergartenalltag

Seit Anfang Juli 2016 gibt es bei der BUNDjugend Hamburg ein neues Projekt, um interessierte Kitas im Bereich „Natur erleben“ zu unterstützen. 

Gemeinsam mit der BUND-Naturpädagogin Lore Otto gehen die Kita-Kinder mit ihren Erzieher*innen auf Entdeckungstouren in der Nähe der jeweiligen Einrichtung. Dabei gibt es zahlreiche Anregungen, wie die Kinder den Naturraum spielerisch und sinnlich am besten kennenlernen. Ein Schwerpunkt hierbei ist das Learning-by-doing und die kollegiale Begleitung: Das Kita-Fachpersonalleitet im Verlauf des Projektes selbst naturpädagogische Aktionen an, um sie anschließend mit der Naturpädagogin zu besprechen.

Neben den angeleiteten Aktionen ist das „freie Spiel“ in der „Naturzeit“ sehr wichtig. Dabei haben die Kinder aus ihrer eigenen Neugier und Wissbegier Naturerlebnisse, die ihren Interessen entgegenkommen. Denn solche Naturerlebnisse bleiben in Erinnerung und vor allem im Herzen.

Kontakt

Beteiligung 2017/2018

Folgende Kitas beteiligen sich 2017/2018 an dem Projekt:

  • Evangelische Integrative Kindertageseinrichtung Dreifaltigkeitskirche, Hamburg Hamm
  • Deutsch-Spanischer Kindergarten IPICAPE e.V. „La cometa“, Hamburg Niendorf
  • WABE-Kita Farbenspiel, Hamburg Heimfeld
  • Kita Taka-Tuka-Land, Hamburg-Altona  

 

 

Eine schöne Bilanz

Zwei Jahre lang hat die Naturpädagogin Lore Otto Kita-Kinder mit ihren Erzieher*innen auf Entdeckungstouren in die Natur begleitet. Das Naturprojekt des BUND war von Anfang an befristet und ist nun leider zu Ende. Rovena Kirst von der Kita „Am Inselpark“ zieht mit Lore Otto eine kleine Bilanz ihrer gemeinsamen Arbeit.

Die Kita liegt am Eingang des „Inselparks“ in Wilhelmsburg, einem vielsprachigen Stadtteil. Sie ist eine ganz neue Kita, die den Kindern mit vielen jungen Mitarbeiter*innen und ihrer offenen Werkstattarbeit viel Freiraum für Entfaltung bietet. Das Angebot einer Weiterbildung im Rahmen unseres BUND-Kitaprojektes kam daher wie gerufen.

L: Wie war für dich der Anfang des Projektes?

R: Ich wusste noch nicht, was uns erwarten würde. Aber ich war sehr neugierig auf die neuen Impulse, die wir von dir bekommen würden.

L: Zu Beginn sind wir auf zwei Leihfahrrädern zwei Stunden durch den Park geradelt, um ein Stück „Wildnis“ zu finden, wo man mit den Kindern ein Waldsofa bauen könnte.

R: Wir hatten richtig Glück. Wir haben ganz in der Nähe der Kita eine wilde Wiese mit einem angrenzenden Wäldchen gefunden. Unter einer großen Pappel war dann der ideale Platz.

Ich muss zugeben, am Anfang war ich ein bisschen skeptisch, ob ich den Kindern zutrauen könnte, sich selbst zu orientieren, und ob sie sich in dem nicht abgegrenzten Gebiet nicht verlaufen würden. Auch ob sie genug Anreize finden würden, wenn sie sich zwei Stunden einfach in der Natur aufhalten?

L: Mir ging es so, dass ich die die ersten „Streifzüge“ mit den Kindern als sehr anstrengend empfunden habe. Es dauerte eine Weile, bis sie die Regeln kannten und man nicht mehr ständig aufpassen musste, dass sie sich nicht auf dem Weg streiten oder sogar in den Graben fallen.

R: So richtig los ging es dann, als wir aus dicken Ästen und Stöcken unter der großen Pappel unser „Waldsofa“ bauten. Im offenen Kreis hielten wir uns zum Frühstück auf und das Sofa war auch unser „Hauptquartier“ für die Streifzüge.

Für den Bau haben die Kinder selbstständig und zu mehreren riesige Äste heranschafft. Selbst Kinder, die in der Kita nicht viel miteinander zu tun haben oder eher streiten, haben intensiv und friedlich zusammengearbeitet. Probleme, genügend Anreize für zwei Stunden Aufenthalt zu finden, hatten sie überhaupt nicht.

L: Wir waren ja während des ganzen Jahres nur bei sechs Streifzüge gemeinsam unterwegs. Aber Ihr wart auch zwischen den Terminen regelmäßig auf unserer Wiese und bei unserem Waldsofa. Das habe ich gemerkt, denn als ich wiederkam, waren den Kindern die „Regeln“ bereits gut vertraut.

R: Dadurch, dass wir regelmäßig da waren, haben sie auch unsere Wiese gut kennengelernt und wussten zum Beispiel, wo wir beim letzten Mal die Frösche oder die Laufkäfer gefunden hatten und wo der „Marinibaum“ steht. In diesem Ahorn hatten wir im Winter in einer Astgabel Marienkäfer in der Winterstarre gefunden.

Innerhalb des Projekts hat sich auch der Umgang der Kinder untereinander verändert. Sie gingen achtsamer und entspannter miteinander um. Es ist ein toller Zusammenhalt in der Gruppe entstanden.

Die Kinder haben sich nach den ersten Malen schon jedes Mal auf Dich, Lore, gefreut. Die Motivation und die Neugierde darauf, wie sich unsere Wiese in der Zwischenzeit wohl verändert haben würde, waren riesig.

L: Am witzigsten fand ich den letzten Streifzug im Juni. Wir hatten länger keinen mehr gemacht, weil wir keinen gemeinsamen Termin gefunden hatten und das Gelände war völlig zugewuchert. Die Kinder erkannten unser „Hauptquartier“ gar nicht mehr wieder, das Waldsofa war vom Weg nicht mehr zu sehen. Als wir im Gänsemarsch endlich unter unserer Pappel angekommen waren, sahen wir, dass das das Waldsofa von riesigen Brennnesseln völlig überwachsen war. Die mussten wir erst einmal entfernen, um wieder gemütlich frühstücken zu können. Beeindruckender kann ein Frühling nicht sein als mit so einer Pflanzenfülle.

R: Das Projekt ist auch langfristig ein Erfolg. Auch als Du nicht mehr mit uns rausgegangen bist, haben wir die Wiese besucht und die Jahreszeiten erlebt. Auch meine Kolleginnen haben mit anderen Kindern unser Waldsofa genutzt. So konnten wir auch die Gruppe der Kinder, die regelmäßig in die Natur gehen, erweitern.

Inzwischen betreuen wir außerdem zwei Hochbeete in Eurem neuen BUND-Projekt Naturerlebnisgarten im Inselpark. Letzte Woche gab es eine Zucchinipfanne aus selbst geernteten Früchten. Nur 3 Monate von der Aussaat bis zur ersten Ernte. Wahnsinn.

L: Ich glaube, dass das Projekt in vielen der beteiligten Kitas tatsächlich zu mehr „Natur erleben“ für die Kinder geführt hat. Besonders durch die Regelmäßigkeit der Ausflüge intensivieren sich einerseits die Erlebnisse und es wird gleichzeitig das Zusammenarbeiten entspannter. Es macht sozusagen immer mehr Spaß für alle, je öfter man raus geht.

R: Meine wichtigste Erkenntnis ist, dass es immer wichtiger für Kinder wird, regelmäßig in die Natur zu gehen und von ihr zu lernen. Das bringt viel mehr als ein Gruppenraum mit Spielelementen. Die Kinder lernen sowohl Konzentrationsfähigkeit als auch soziales Verhalten innerhalb der Gruppe und Achtsamkeit gegenüber Tieren und Pflanzen.

Aber die Natur regt auch die Kreativität der Kinder an. Ein Stock, den man draußen findet, kann alles Mögliche sein: Ein Schwert, ein Zauberstab, Teil eines Tipis oder Lebensraum für eine Larve. Dabei kommt es immer wieder zu unerwarteten Begegnungen mit kleinen Tieren. Innerhalb von Räumen sind sie „Ungeziefer“, während sie draußen spannende Lebewesen sind, die man näher kennenlernen möchte und die ein klares Recht als Mitgeschöpf haben. Dadurch, dass wir mit Dir zusammen den Pflanzen einen Namen geben konnten, haben die Kinder sie auch mit anderen Augen betrachtet.

 

 

 

Beteiligung 2016/2017

  • AWO-Kita "Am Inselpark" (Wilhelmsburg)
  • AWO-Kita Stoltenstraße (HH-Horn)
  • Elbkinder-Kita Bindfeldweg (Niendorf)
  • Evangelische Kita "Wackelzahn" (Lohbrügge)
  • AWO-Kita "Löwenzahn" (Poppenbüttel)
  • Elbkinder Kita "Achtern Born" (Osdorfer Born)

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