Kiebitzschutz in Hamburg
Die Bestände des Kiebitzes sind in Deutschland seit den 80er Jahren um mehr als 90% zurückgegangen. Auch in Hamburg gilt er als stark gefährdet. Die Gründe sind vielfältig, so spielen Lebensraumverlust und rückläufiges Nahrungsangebot eine große Rolle. Da der Kiebitz es gerne übersichtlich mag, weicht er zunehmend auf Äcker aus. So kommt es, dass inzwischen 80% der Hamburger Kiebitze auf Äckern brüten.
Da die Brutzeit mit der Bodenbearbeitung ab Ende März zusammenfällt, kann es zu unbeabsichtigten Verlusten der gut getarnten Gelege kommen. Diese Verluste lassen sich erfolgreich minimieren, wie die letzten Jahre in Wilhelmsburg zeigen.
Mit der Initiative „KiebitzKieker“ schützen BUND, NABU und BUKEA seit 2021 gemeinsam mit landwirtschaftlichen Betrieben Kiebitze in Hamburg. Unterstützung erhalten die Akteure vom Bauernverband und der Landwirtschaftskammer. 2026 ist hierzu ein neues Projekt als Teil des norddeutschen Verbundvorhabens „Kiebitzschutz in Norddeutschland“ gestartet, das im Rahmen des Nationalen Artenhilfsprogramms durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert wird.
Wie es funktioniert
Ehrenamtliche halten während der Brutzeit von öffentlichen Wegen aus Ausschau nach Kiebitzen auf den Feldern. Zeigen Kiebitze auffälliges Verhalten, geben sie dem Projektteam Bescheid. Die „Kiebitzkieker“ Henning Loch und Ilka Nüske besprechen dann mit den Landwirtinnen und Landwirten, was zum Schutz getan wird. So können mögliche Nistplätze schnell lokalisiert und die Nester markiert werden. Die Landwirte berücksichtigen diese Stellen bei der Bewirtschaftung und umfahren die Gelege gezielt.
Ein besonderer Baustein sind sogenannte „Kiebitzinseln“. Dabei bleiben kleine Bereiche von Äckern bis Ende Juli unbewirtschaftet. Diese temporären Rückzugsräume bieten Küken ausreichend Nahrung und Schutz. Auch andere Bodenbrüter wie Feldlerche, Schafstelze oder Flussregenpfeifer profitieren davon.
Aktuelles aus dem Kiebitzland
- 31.10.2026 Naturpflege: Wandsbek packt an
- 28.11.2026 Naturpflege: Wandsbek packt an
