Elektroschrott vermeiden

08. August 2017 | Abfall, Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Umweltbildung, Elektrosmog, Öko-Tipp

"Jedes Jahr ein neues Smartphone." Mit solchen und ähnlichen Slogans werben Mobilfunkanbieter. Der Kunde freut sich, denn so kann er sich regelmäßig mit den neusten Geräten ausstatten. Die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Unterhaltungs­elek­tronik sind allerdings weit weniger erfreulich.

Elektronikschrott enthält Schwermetalle, giftige Flammschutzmittel und jede Menge Kunststoffe, die oft nur unzureichend recycelt werden können.

Für die Herstellung immer leistungs­stärkerer Smart­phones, Laptops, Computer und Spielekonsolen werden seltene Erden wie Coltan benötigt, die oft unter menschen­un­würdigen Bedingungen gewonnen werden. Eine der wenigen Lagerstätten hierfür liegt beispielsweise im Kongo, wo seit Jahren gewaltsame Auseinandersetzungen um den Zugang, die Kontrolle und den Handel mit diesem Rohstoff existieren. Die andauernden Konflikte und der rücksichtslose Abbau der Rohstoffe bedrohen die Natur in diesem Gebiet, in dem zahlreiche seltene Tierarten beheimatet sind.

Qualität statt Quantität

Neben dem hohen Bedarf an Rohstoffen für elektronische Geräte werden bei deren Herstellung viel Energie und Wasser benötigt. Angesichts des kurzen Lebenszyklus von Produkten der IT-Branche ist der Ressourcenverbrauch, verglichen mit anderen Waren, deswegen besonders hoch. Am Ende ihres kurzen Lebens werden die Geräte zu Elektronikschrott, der Schwermetalle, giftige Flammschutzmittel und jede Menge Kunststoffe enthält, die oft nur unzureichend recycelt werden können.

Kaufen Sie daher lieber hochwertige, langlebige und reparierfähige Produkte und setzen Sie bei Smartphones auf Geräte mit austauschbarem Akku. Dabei ist zu beachten, dass mit dem Leistungsspektrum der Geräte auch ihr Energiehunger steigt. Die vorgesehenen Energiespar-Features neuer Rechner sollten deswegen genutzt werden. Ältere Modelle haben diese zwar nicht immer, verbrauchen aber dennoch deutlich weniger Strom. Wenn man nur "einfache" Arbeiten am Rechner durchführen muss, wie Textdokumente erstellen, lohnt es sich, daher möglichst lange mit einem Computer auszukommen.

Reparieren statt wegwerfen, teilen statt entsorgen

Sollte mal etwas kaputt gehen, ist es oft günstiger nach Reparaturmöglichkeiten zu fragen. Jede wichtige Komponente Ihres Rechners lässt sich so ersetzen, dass sie sich nach zwei Monaten ökologisch amortisiert hat. Ab dann spart die Reparatur gegenüber der Neuanschaffung viel Energie. Sofern sich eine Reparatur dennoch nicht lohnt oder falls die Anforderungen eines Gerätes für den persönlichen Gebrauch nicht mehr ausreichen, muss es nicht weggeworfen werden. Funktioniert das Gerät noch, können Sie versuchen, dieses zu verkaufen oder zu verschenken. Hierfür gibt es zahlreiche Plattformen. In der Regel finden sich aber auch Bastler, die das Gerät gerne abnehmen. Sollten Sie niemand finden, lassen sich kaputte Elektronik­geräte fachgerecht in Wertstoffhöfen entsorgen oder sie können gegen eine geringe Gebühr vom örtlichen Entsorger abgeholt werden.  

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