Schwämme für die Abgeordneten

24. Mai 2023 | Klimaschutz, Flaechenschutz

Die Auswirkungen der Klimakrise werden immer deutlicher / BUND fordert Umbau Hamburgs zur Schwammstadt und Entsiegelungsprogramm

Zur heutigen Bürgerschaftssitzung hat der BUND Hamburg Schwämme an alle Bürgerschaftsabgeordneten sowie Senatorinnen und Senatoren verteilt. In Anlehnung an das Konzept der „Schwammstadt“ fordert der BUND, dass der Senat ein verbindliches Ziel zur Begrenzung der Flächenversiegelung gesetzlich festlegt. Das im Rot-Grünen Koalitionsvertrag vereinbarte Entsiegelungsprogramm gibt es nach mehr als drei Jahren Regierungszeit noch immer nicht. 

„Es geht um die Zukunft der Hamburgerinnen und Hamburger: Die Folgen der Klimakrise werden gravierender und in einer stark versiegelten Stadt wie Hamburg immer deutlicher spürbar. Wir brauchen deshalb dringend einen Umbau Hamburgs zur Schwammstadt. Es bringt wenig, gute Ideen nur aufzuschreiben, wenn das Handeln des Senats ausbleibt. Wir hoffen, dass unsere Schwämme mit den verbundenen Forderungen hier Bewegung in die Umsetzung bringen“, sagt Christiane Blömeke, Vorsitzende des BUND Hamburg.

Eine Schwammstadt ist in der Lage überflüssiges Wasser zu speichern und es nach und nach an die Umgebung abzugeben, genau wie ein Schwamm. Neben technischen Lösungen wie unterirdischen Speichern sind unversiegelte Böden ein grundlegender Baustein der Schwammstadt. Sie stellen einen wichtigen Schutz gegen Extremwetterereignisse wie Hitze und Starkregen dar. Sie nehmen Regenwasser auf, wodurch das Grundwasser wieder aufgefüllt und das Risiko für Überschwemmungen reduziert wird. Auch für den Naturschutz und die Artenvielfalt sind unversiegelte Böden essenziell. Wo der Boden frei ist, können Pflanzen wachsen, die sowohl als Lebensraum für Insekten und Vögel dienen, als auch in den heißen Sommermonaten zur Kühlung der Luft beitragen und Schatten spenden.

Stattdessen wird in Hamburg jedes Jahr im großen Stil weiter versiegelt: Etwa für den Bau von Wohnungen und für Gewerbeflächen, für den Verkehr oder für öffentliche Plätze. Derzeit sind 39 Prozent der Stadt versiegelt, im Stadtkern liegt der Versiegelungsgrad teilweise bei mehr als 80 Prozent.

Blömeke: „Es gibt weder eine Entsiegelungsstrategie für bereits bebaute Flächen noch für geplante Bauprojekte und es fehlt eine verbindliche gesetzliche Regelung zur Begrenzung der Flächenversiegelung. Das alles wäre aber dringend erforderlich, um Hamburg für die Folgen des Klimawandels zu wappnen. Der Senat muss jetzt ein Entsiegelungsprogramm erarbeiten, das auch die Finanzierung der einzelnen Entsiegelungsmaßnahmen sicherstellt.“

Für Rückfragen: Christiane Blömeke, BUND-Vorsitzende, Tel. 0172 4068482

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