Mehr Chancen für Bäume!

24. April 2024 | Baumschutz

Bäume pflanzen ist gut – wachsen lassen ist besser

natürlich gewachsene Birke im Gehweg

Zum Tag des Baumes am 25. April macht der BUND Hamburg auf den hohen Wert wild wachsender Bäume aufmerksam. Das Pflanzen neuer Bäume sei nicht immer die beste Methode, um Bäume zu etablieren. Bäume, die spontan keimen und aufwachsen dürfen, sind vitaler und an den Standort angepasst. Natürlich aufgewachsene Wälder sind vielfältiger als alles, was durch Pflanzung erreicht werden kann.

Wolfram Hammer, Naturschutz-Experte vom BUND Hamburg: „Wenn wir mehr Bäume haben wollen – und für das Stadtklima wäre das sehr wünschenswert – könnten wir sie auch mal wachsen lassen, wo sie keimen. Hier steckt so viel Potential – auch für unsere Stadtbäume.“

Aktuelle Beispiele in Hamburg sind der Vollhöfener Wald, der Wilde Wald in Wilhelmburg oder das Kirchtal in Altenwerder, die in den vergangenen Jahrzehnten ohne Pflanzung zu wertvollen Beständen herangewachsen sind. Der BUND fordert, solche Entwicklungen öfter zuzulassen und die bestehenden, wilden Wälder zu schützen.

Bäume säen sich selbst aus. Keimlinge, also „Baumnachwuchs“, wachsen überall, wo Samen auf Boden treffen, auch an überraschenden Orten. Sogar in Großstädten wie Hamburg. Dabei haben diese natürlich ausgesäten und angewachsenen Keimlinge, wenn sie das erste Jahr überleben, viele Vorteile gegenüber Pflanzen aus Baumschulen: Ihr Wurzelwerk ist wesentlich besser ausgebildet. Dadurch sind sie widerstandsfähiger gegenüber extremen Standortbedingungen und Krankheiten. Außerdem weisen sie eine höhere genetische Vielfalt auf. Langfristig bedeutet dies eine deutlich ausgeprägtere Anpassungsgabe an klimatische Veränderungen, also bessere Überlebenschancen im Klimawandel und einen geringeren Pflegeaufwand im Vergleich zu verpflanzten Jungbäumen.

Der BUND regt deshalb an zu prüfen, ob und wie solche natürlich ausgesäten Keimlinge auch in Städten effizient genutzt werden können. Können „wilde“ Keimlinge in Baumscheiben vielleicht sogar Alternativen zu Straßenbaum-Nachpflanzungen aus Baumschulen sein? Hammer ist sich sicher: „Der städtische Baumbestand könnte so auf die Dauer vielfältiger und widerstandsfähiger werden und bessere Anpassungen an die schwierigen Bedingungen im städtischen Umfeld aufweisen.“

Für Rückfragen:
Lotta Repenning, BUND-Pressestelle, presse(at)bund-hamburg.de, Tel. 040 - 600 387 12

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