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BUND-Landesverband Hamburg

Hamburger Bundesratsinitiative gegen Mikroplastik: Guter Ansatz, doch ohne konkreten Zeitplan

13. Februar 2019

BUND mahnt weitere Schritte zur Reduzierung von Plastikpartikeln in der Umwelt an

Der BUND bezeichnet die heute von Umweltsenator Kerstan vorgestellte Hamburger Bundesratsinitiative zur Reduzierung von Mikroplastik als wichtigen Schritt für den Natur- und Umweltschutz. Der Eintrag von Mikroplastik und anderen schwer abbaubaren Polymeren in unsere Gewässer und Böden müsse umgehend reduziert werden, ein Verbot von Kunststoffzusätzen in Kosmetika sei dafür dringend erforderlich.
 
Allerdings enthalte der Entschließungsantrag, der am Freitag in den Bundesrat eingebracht werden soll, lediglich einen Prüfauftrag an die Bundesregierung ohne konkrete Zeitvorgaben. Länder wie Italien und Schweden seien deutlich weiter und hätten bereits Verbote für Mikroplastik in Kosmetika erlassen.
 
„Mikroplastik und andere synthetische Produkte werden immer mehr zur Gefahr für unsere Flüsse und Meere, auch in unserem Körper sind sie bereits nachweisbar. Es ist gut, dass Hamburg jetzt im Bundesrat die Initiative für ein nationales Verbot dieser Produkte ergreift“, so Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg. Der BUND bemängelt jedoch, dass Hamburg keine konkreten Zeitvorgaben für die Prüfung durch die Bundesregierung fordert. „Wir brauchen jetzt deutlich mehr Druck, damit auch die Industrie dazu gezwungen wird, kurzfristig Produkte ohne Kunststoffzusätze zu entwickeln“, so Braasch. Neben Kosmetikartikeln gehören zersetzte Plastikabfälle, Reifenabrieb und Kunststoffwachse zu den größten Quellen für Mikroplastik in der Umwelt.
 
Der BUND fordert deshalb neben einem Verbot von Mikroplastik sowie gelartigen und flüssigen Kunststoffen in Kosmetika auch ordnungspolitische Vorgaben in anderen Bereichen. So gelangen laut Umweltbundesamt (UBA) in Deutschland jährlich zwischen 60.000 und 110.000 Tonnen Mikroplastik pro Jahr allein durch den Reifenabrieb in die Umwelt. Strenge Vorschriften für die Reifenherstellung, eine Kennzeichnung der Langlebigkeit von Autoreifen sowie eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen könnten diesen Abrieb deutlich reduzieren.
 
Für Rückfragen: Paul Schmid, Pressesprecher BUND Hamburg, Tel. (040) 600 387-12 

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