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BUND-Landesverband Hamburg

Glyphosat-Entscheidung ist Affront gegen Europas Bevölkerung

29. Juni 2016 | Artenschutz, Naturschutz

Nach der Ankündigung der EU-Kommission zur Zulassungsverlängerung von Glyphosat fordert der BUND die Ausweitung des derzeitigen Verbots in Hamburg

Hamburg/Berlin: Nach der Ankündigung des EU-Kommissars für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Vytenis Andriukaitis zur Zulassungsverlängerung des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat fordert der BUND Hamburg die Stadt auf, an dem geltenden Verbot des Gifts auf den öffentlichen Flächen der Hansestadt festzuhalten und deutlich auszuweiten. 

„Hamburg hat in diesem Frühjahr zusammen mit einigen anderen Bundesländern eine verantwortungsvolle Entscheidung getroffen und das laut Weltgesundheitsorganisation WHO wahrscheinlich krebserregende Pestizid an öffentlichen Orten wie Straßen, Wegen oder Friedhöfen verboten", lobt Paul Schmid, Sprecher des BUND Hamburg. Nach der europaweiten Verlängerung der Glyphosat-Zulassung um 18 Monate müsse die Hansestadt nun das Verbot auf alle Flächen ausdehnen, die in ihrem Einflussbereich liegen. „Über 30 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen und ein Großteil der Kleingärten sind im Besitz der Stadt Hamburg. Die Stadt muss jetzt alle Möglichkeiten nutzen, um die Pachtverträge so anzupassen, dass das gesundheitsgefährdende Gift dort nicht mehr zum Einsatz kommt", so Schmid. 

Auch der Bundesverband des BUND ist über die Entscheidung der EU-Kommission empört. „Die Kommission hat es vier Mal nicht geschafft, den mehrheitlichen Widerstand der Mitgliedstaaten gegen das Pestizid zu brechen. Jetzt drückt sie dessen Weiterverwendung ohne deren Zustimmung durch. Diese Glyphosat-Entscheidung ist ein Affront gegen viele überzeugte Europäer", sagte der BUND-Vorsitzende Prof. Hubert Weiger heute in Berlin. 

Wenn EU-Politik so aussehe, dürfe man sich über den Brexit nicht wundern. Immer mehr Menschen in Europa und in Deutschland forderten eine Landwirtschaft ohne Pestizide. "Die 8250 Tonnen Glyphosat, die in den kommenden 18 Monaten allein in Deutschland auf die Äcker gelangen, sind 8250 Bücklinge vor Monsanto und Co. Es muss endlich darum gehen, eine EU der Bürgerinnen und Bürger statt eine der Konzerne zu schaffen", so der BUND-Vorsitzende.

 

Pressekontakte:
Heike Moldenhauer, BUND-Pestizidexpertin, Tel. 030-27586-456
bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 030-27586-425
Paul Schmid, Pressesprecher des BUND Hamburg, Tel. 040-60038712 

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