Fluglärm geht weiter durch die Decke

10. Oktober 2017 | Fluglaerm

Fluglärm am „Airport Hamburg“: Nächtliche Verspätungen gehen weiter durch die Decke. BUND Hamburg fordert konsequentes Nachtflugverbot. Pünktlichkeitsoffensive und neue Entgeltordnung versagen.

Der BUND Hamburg kritisiert die Belastungsentwicklung am innerstädtisch gelegenen Hamburger Flughafen in den ersten drei Quartalen 2017. Die verspäteten Starts und Landungen nach 23 Uhr sind im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Vorjahr nochmals deutlich angestiegen. Trotz Pünktlichkeitsoffensive und trotz Einführung einer neuen Entgeltordnung werden die geltenden Betriebszeiten weiterhin massiv verletzt.Insbesondere die neue Entgeltordnung sollte ab Juni 2017 mit einem Verspätungsaufschlag von bis zu 700 % die Verspätungen eigentlich deutlichzurückschrauben (siehe Drucksache 21/8809).

„Die neuen Zahlen sagen alles. Die im vergangenen Jahr vereinbarte Pünktlichkeitsoffensive hat nichts gebracht. Jetzt zeigt sich, dass trotz Einführung der neuen Entgeltordnung die Verspätungen sogar weiter zunehmen. Die Verantwortlichen im Rathaus und am Flughafen müssen endlich aufwachen – die vielen Betroffenen sind es leider längst“, so Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg.

Im Einzelnen: Die Landungen kommerzieller Linien- und Touristikflieger außerhalb der offiziellen Betriebszeit nach 23 Uhr liegen in den ersten neun Monaten des laufendenJahres nach eigenen Auswertungen bei 615 und damit über dem bisherigen Negativrekord aus 2016 (525 Landungen). Bei den nächtlich verspäteten Starts, die besonders belastend sind, hat sich die Anzahl im Vergleich zu 2016 fast verdoppelt (138 in 2016 zu 233 in 2017).

Für das Gesamtjahr 2017 geht der BUND davon aus, dass es erneut das dann lauteste Flugjahr seit der Jahrtausendwende wird. Auch ein Durchbruch bei den weniger lauten Flugzeugen ist nicht in Sicht: Weiterhin liegt der Anteil dieser Flugzeuge wie z. B. der Airbus-Neo-Serie bei lediglich einem Prozent der Flugbewegungen.

„Die vollmundigen Ankündigungen von Flughafen und Senat sind als wirkungslos entlarvt.Die Belastungssituation wird nicht besser sondern schlechter. Ein konsequentes Nachtflugverbot ab 22 Uhr ist die einzige wirksame Antwort auf diese gravierende Fehlentwicklung“, macht Manfred Braasch deutlich.

Der BUND Hamburg hatte erst Anfang September fast 15.000 Unterschriften für ein konsequentes Nachtflugverbot am Airport Hamburg abgegeben. Mit einer entsprechenden Anhörung vor dem Umweltausschuss zur Volkspetition wird in Kürze gerechnet.

Für Rückfragen: Manfred Braasch, BUND-Landesgeschäftsführer, Tel. (040) 600 387 12   

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