BUND-Landesverband Hamburg

BUND zum ITS-Kongress: Nicht nur Mobilität muss intelligent sein, auch die Politik dahinter

11. Oktober 2021 | Verkehr, Klimaschutz

U-Bahn U5 und Autobahnen sind schlechte Beispiele für die Mobilitätswende / CO2-Emissionen für den Bau müssen im Hamburger Klimaplan ausgeglichen werden

Anlässlich der heute im umgebauten CCH beginnenden Mobilitätsmesse ITS (Intelligent Transport Systems) mit rund 7.000 erwarteten Gästen übt der BUND Hamburg massive Kritik an der Verkehrspolitik in der Hansestadt. Nach wie vor würden die Zulassungszahlen privater PKW in der Stadt ansteigen, Lärm und Flächenverbrauch gingen damit einher und mit dem Bau etwa der Autobahn A26-Ost und der Erweiterung der A1 würde die Stadt noch mehr Individualverkehr in und um Hamburg auslösen.

Auch der soeben ergangene Planfeststellungsbeschluss für den ersten Abschnitt der U-Bahnlinie U5 von Bramfeld in die City Nord ist aus Sicht des BUND kein gutes Beispiel für eine Mobilitätswende. Laut aktueller Gutachten aus Berlin und Hamburg ist der Energiebedarf für den Bau und damit die CO2-Belastung derart groß, dass es bis zu 100 Jahre dauern könnte, bis die positiven Effekte der U-Bahn diese Klimabelastung aufwiegen würden.

Dazu Lucas Schäfer, der neue Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg: „Wir brauchen nicht nur eine intelligente Mobilität, sondern auch eine intelligente Verkehrspolitik. Wer glaubt, dass es für den Klimaschutz ausreicht, wenn wir den Treibstoff von fossil auf elektrisch und die Verkehrssysteme in Richtung autonomes Fahren ändern, ist auf dem Holzweg. Das Gegenteil ist der Fall: Wenn wir nur die Systeme umbauen, ohne den Autoverkehr massiv zu reduzieren, werden fossile Kraftwerke länger in Betrieb sein und wir verspielen die Chance auf einen schnell wirksamen Klimaschutz“, so Schäfer.

Die Kritik des BUND an der U-Bahn U5 ist nicht neu. Neben dem extrem hohen Energiebedarf für den Bau, der langjährigen Luft- und Lärmbelastung an den Baustellen und des Verlustes von rund 1.800 Bäumen hält der Umweltverband den Bau dieser U-Bahn-Linie für enorm fragwürdig. „Die CO2-Belastung insbesondere durch den Tunnelbau der U5 ist extrem. Es reicht nicht, am Ende nur das vermeintlich klimafreundliche Verkehrsmittel U-Bahn zu sehen. Wir fordern deshalb, dass die während der Bauphase entstehenden CO2-Belastungen im Klimaplan und im Klimaschutzgesetz berücksichtigt und im Sektor Verkehr ausgeglichen werden“, so Christiane Blömeke. Einen entsprechenden Antrag hat der BUND auf seiner Mitgliederversammlung am vergangenen Samstag beschlossen.

Für Rückfragen: Paul Schmid, BUND-Pressesprecher, Tel. (040) 600 387 12

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