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BUND-Landesverband Hamburg

BUND Hamburg fordert schnelle Ursachenklärung der Dioxinfunde

08. November 2018

Dioxinsignatur deutet auf Chemiekonzern Boehringer hin / Hohe Entsorgungskosten stehen im Raum

Der BUND Hamburg begrüßt die umfangreichen Untersuchungen der Umweltbehörde in Boberg, um die tatsächliche Belastungssituation mit Dioxinen zu ermitteln. Das Seveso-Gift war in einer Mischprobe, die in dem Gebiet im Rahmen einer Routineuntersuchung gezogen wurde, in erschreckend hoher Konzentration nachgewiesen worden. Ein Zusammenhang mit dem Chemieunternehmen Boehringer gilt als wahrscheinlich.

Es gibt Hinweise darauf, dass in den 1960er unweit des Boberger Sees belastetes Bodenmaterial und Bauschutt eingebracht wurde. Ob auch illegale Industrieabfälle in tieferen Erdschichten liegen, ist derzeit noch offen. Aufgrund der chemischen Signatur der Dioxinfunde liegt der Verdacht nahe, dass das belastete Material mit dem Chemiewerk Boehringer in Verbindung steht. Boehringer hatte am Standort Hamburg-Moorfleet u. a. das Pflanzenschutzmittel Lindan hergestellt und hochbelastete Dioxin-Abfälle auf der Deponie Georgswerder entsorgt. Dies führte 1984 zu einem der größten Giftskandale der Bundesrepublik.

„Wir haben derzeit den Eindruck, dass die Umweltbehörde die Sache ernst nimmt. Dioxin gehört zu den stärksten Umweltgiften, jede Belastungsquelle für Mensch und Natur muss umgehend beseitigt werden. Jetzt gilt es, die Ergebnisse der Bodenproben möglichst schnell auszuwerten, um Klarheit über die tatsächliche Belastungssituation zu bekommen. Wichtig ist eine umfassende Information der Bevölkerung und eine konsequente Absperrung, da das Gebiet von vielen Spaziergängern, Hundebesitzern und Anglern genutzt wurde“, so Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg. 

Sollte sich die hohe Belastung aus der ersten Bodenmischprobe auf der gesamten Verdachtsfläche von 40.000 m² bestätigen, käme ein gewaltiges Entsorgungsproblem auf die Stadt zu. Es müssten große Mengen an belastetem Boden in einer Sonderabfallverbrennungsanlage behandelt werden.

„In jedem Fall muss der Verursacher dingfest gemacht werden. Es könnten schnell Entsorgungskosten von 50 – 100 Mio. Euro zusammen kommen“, fordert Manfred Braasch.

Für Rückfragen: Manfred Braasch, BUND Hamburg, T: 040 – 600 387-12

Weitere Infos: www.bund-hamburg.de/dioxin

 

 

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