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BUND-Landesverband Hamburg

BUND fordert schnellen Ersatz für das Kohlekraftwerk Wedel

20. Mai 2020 | Klimaschutz, Kohle, Energie, Energiewende

SPD und Grüne müssen sich auf einen konkreten Fahrplan für den Ersatz des Kohlekraftwerks Wedel verständigen

Der BUND Hamburg fordert, dass sich SPD und Grüne während der Koalitionsverhandlungen auf einen konkreten Fahrplan für den Ersatz des Kohlekraftwerks Wedel verständigen. Das Kraftwerk aus den 1960er Jahren muss so schnell wie möglich vom Netz. Als Einstieg in den Kohleausstieg soll aus Sicht des BUND bereits in diesem Sommer der Betrieb eingeschränkt werden, um schnell CO2 einzusparen. Für die Restlaufzeit ist ein entsprechend niedriges Kohlebudget für das Kraftwerk festzulegen.

„Die Stadt plant schon viel zu lange eine Alternative für das völlig veraltete Kraftwerk Wedel. Jetzt muss Rot-Grün liefern und im Koalitionsvertrag glaubhaft machen, wie in möglichst kurzer Zeit das Kraftwerk abgeschaltet und eine möglichst große Menge an CO2 in der Fernwärme eingespart werden kann“, so Manfred Braasch, Landegeschäftsführer des BUND Hamburg.

Die Kohleverbrennung in der gesamten Hamburger Fernwärme muss deutlich vor 2030 enden. Das betrifft auch das Heizkraftwerk Tiefstack.

Die Behörde für Umwelt und Energie (BUE) plant derzeit in Zusammenarbeit mit dem städtischen Versorger Wärme Hamburg ein neues Versorgungskonzept für das Kraftwerk Wedel. Das Konzept („Südvariante“) beinhaltet neben einem Gas- und Dampfturbinenkraftwerk eine Wärmepumpe am Klärwerk Dradenau sowie die Nutzung von Müllwärme und industrieller Abwärme. Dieses Potenzial ist in dieser Qualität nur südlich der Elbe einzusammeln. Daher hält der BUND Hamburg die geplante Versorgungstrasse unter der Elbe für vertretbar. Jede weitere Verzögerung wäre nicht im Sinne des Klimaschutzes und der Anwohner*innen in Wedel.

Der zukünftige Senat muss gewährleisten, dass im Rahmen der Südvariante ein hoher Anteil an erneuerbarer Wärme genutzt wird, die Wärmepumpe eine tragende Rolle im Gesamtkonzept behält und es tatsächlich zu einer Einsparung von mindestens 600.000 t CO2 pro Jahr kommt. Erneuerbare Wärme und Abwärme ist in der Einsatzreihenfolge der Wärme aus gasbefeuerten Erzeugungsanlagen vorzuziehen.

„Der Kohleausstieg ist erst der Anfang, wir brauchen eine Dekarbonisierung der Energieversorgung. Daher darf Erdgas in der Hamburger Fernwärmeversorgung nur eine Übergangslösung sein. Das südlich der Elbe geplante Gas- und Dampfturbinenkraftwerk muss perspektivisch mit Gas aus erneuerbaren Energien ("Power-to-Gas") betrieben werden“, so Frauke Kohrs, Sprecherin des BUND-Arbeitskreises Energie.


Für Rückfragen: Christian Schumacher, BUND Hamburg, 040 – 600 387-11

 

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