A1-Erweiterung: Erste Planänderung wirft grundlegende Fragen auf

07. November 2025 | Verkehr, Flaechenschutz, Klimaschutz, Mobilität, Naturschutz, Tideelbe

Geplanter Ausbau verursacht hohe Kosten, mehr Verkehr und schwere Schäden für Natur und Klima

Der BUND Hamburg hat gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz eine Stellungnahme zur ersten Planänderung des nördlichen Abschnitts der achtspurigen Erweiterung der Autobahn A1 zwischen dem Autobahndreieck Norderelbe und Stillhorn eingereicht. Ziel der Maßnahme ist laut Planung eine Entlastung des Verkehrsflusses. Wichtige Einwände aus der ersten Stellungnahme der Verbände hat die Planfeststellungsbehörde bei der Planänderung nicht berücksichtigt.

Bereits damals hatten die Verbände auf gravierende Schäden an wertvollen Naturschutzgebieten wie dem Heuckenlock und der Auenlandschaft Obere Tideelbe sowie auf den Verlust von rund sieben Hektar Wald und geschützten Biotopen hingewiesen. Ein Ausgleich vor Ort ist nicht vorgesehen.

Der BUND Hamburg erkennt an, dass die Brückenbauwerke der A1 dringend saniert oder ersetzt werden müssen, um deren Verkehrssicherheit und Funktionsfähigkeit zu gewährleisten. Kritisiert wird jedoch, dass der Senat die dringend erforderliche Instandhaltung mit einer massiven Erweiterung auf acht Spuren verknüpft. 

„Hamburgs Infrastruktur verfällt, doch der Senat schiebt notwendige Instandhaltungen viel zu lange auf und treibt stattdessen prestigeträchtige neue Projekte voran“, so die Vorsitzende des BUND Hamburg, Sabine Sommer. „In Hamburg sind schätzungsweise 100 Brücken sanierungsbedürftig. Deren Instandsetzung ist überfällig, ein achtspuriger Autobahnausbau hingegen ist aus der Zeit gefallen. Dieser zerstört wertvolle Naturräume, erzeugt mehr Verkehr und mehr CO₂. Das ist mit den Klimaschutzzielen der Stadt nicht zu vereinbaren.“

Zudem fehlt die verkehrliche Grundlage: Nach dem vorläufigen Finanzierungsstopp der A26 Ost durch den Bund ist deren Umsetzung ungewiss. Doch der geplante Anschluss der A26 Ost an die A1 war eine wesentliche Grundlage für die Begründung der Erweiterung der A1. So steht deren Notwendigkeit aus Sicht des BUND grundsätzlich infrage.

 

Bei Rückfragen:
Sabine Sommer, Vorsitzende, Tel. 0160 7990946, sabine.sommer(at)bund-hamburg.de

Milena Fischer, Leitung Kommunikation, Tel.: 040 / 600 387-12, kommunikation(at)bund-hamburg.de

 

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