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BUND-Landesverband Hamburg

Böllerei? Muss echt nicht sein!

21. Dezember 2018

Berge von Straßenmüll und enorme Lärm- und Feinstaub-Belastungen sind kein guter Start ins Neue Jahr.

Alljährlich werden in Deutschland zu Silvester Raketen und Knaller im Gesamtwert von bis zu 200 Millionen Euro gezündet. Beim Jahreswechsel wird aber nicht nur viel Geld verpulvert, sondern auch die Umwelt belastet, so der BUND Hamburg. Der Umweltverband bittet deshalb Bürger*innen darum, aus Rücksicht auf Menschen, Tiere und Umwelt das eigene Silvesterfeuerwerk einzuschränken oder sogar ganz darauf zu verzichten.

Der Rauch der abgebrannten Feuerwerkskörper belastet die Luft nicht nur mit zahlreichen Chemikalien, sondern auch mit gesundheitsschädlichem Feinstaub. Diese Staubpartikel, die für das menschliche Auge unsichtbar sind, enthalten giftige Schwermetalle, können zu Atemwegserkrankungen wie Asthma und sogar Krebs führen.

Wie den vier Grafiken (siehe unten) zu entnehmen ist, steigt die Feinstaubbelastung an Hamburgs Straßen an Silvester stark an. An manchen Orten ist die Belastung zu Silvester sogar mehr als doppelt so hoch wie im übrigen Jahr. Besonders an der Stresemannstraße ist das zu beobachten. Während die Feinstaubwerte am 30.12.2017 noch bei 11 uq/m3 (PM 10) lagen, konnten am 01.01.2018 schon Werte um die 50 uq/m3 (PM 10) gemessen werden.*

Laut Angaben des Umweltbundesamtes werden jedes Jahr zu Silvester rund 4.000 Tonnen Feinstaub freigesetzt. Allein diese Menge entspricht in etwa 15 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge. An Neujahr ist die Feinstaubkonzentration vielerorts über mehrere Stunden lang um mehr als das Hundertfache erhöht, und der Grenzwert der Europäischen Union für Feinstaub wird bereits am ersten Tag des Jahres das erste Mal überschritten.

Der durch die Explosionen verursachte Lärm stellt für Menschen und Tiere außerdem eine enorme Geräuschbelastung dar. Da viele Tiere ein wesentlich empfindlicheres Gehör haben als der Mensch, sind sie vom Neujahrslärm besonders betroffen. Starke Detonationen können ihren Orientierungssinn beeinträchtigen oder sogar Schockzustände auslösen. Die Knallerei kann für Tiere wie Vögel und Fledermäuse mitunter sogar eine lebensbedrohliche Störung darstellen.

Hinzu kommt, dass Böller und Raketen Berge von Straßenmüll verursachen. In Deutschland sind es jedes Jahr zwischen 30 und 40 Tausend Tonnen. Laut Umweltbundesamt bestehen Feuerwerkskörper zu 60 bis 75 Prozent aus Hüllen, Konstruktionsteilen und Verpackungen, für die Karton, Holz, Ton und Kunststoff verwendet werden. Die restlichen 25 bis 40 Prozent sind pyrotechnische Bestandteile, die sich überwiegend aus Schwarzpulver, einer Mischung aus Kaliumnitrat, Holzkohle und Schwefel, zusammensetzen. Für Knallen, Pfeifen und Farben sorgen sogenannte Effektsätze. Strontium-, Kupfer- und Bariumverbindungen färben die Raketen rot, blau bzw. grün. Dieser Müll wird mit dem Schmelz- oder Regenwasser fortgespült und belastet Boden und Grundwasser ebenso wie Flüsse und Küstenbiotope.

Der BUND appelliert daher an die Bevölkerung, das persönliche Feuerwerk einzuschränken oder besser generell darauf zu verzichten, und in das neue Jahr ohne unnötige Belastungen für Umwelt, Klima und Gesundheit hinein zu feiern. Gleichzeitig würde die Müllmenge von Verpackung und Umhüllung der Feuerwerkskörper reduziert und der Energieaufwand, der bei der Herstellung der Feuerwerkskörper erheblich ist, vermindert. Wenigstens aber sollte jeder die selbst verursachten Feuerwerksreste einsammeln und ordnungsgemäß entsorgen, damit der Silvestermüll nicht am Ende im Meer landet und dort die Müllstrudel weiter vergrößert.

*Quelle: www.luft.hamburg.de

Feinstaubbelastung an Hamburgs Straßen, Silvester 2017/18

Feinstaubbelastung an Hamburgs Straßen, Silvester 2017/18

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