Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

BUND-Landesverband Hamburg

COP23-Großdemo am 4. November

Vom 6. bis zum 17. November findet die 23. Weltklimakonferenz (COP23) in Bonn statt. Der Arbeitskreis Energie des BUND Hamburg möchte dieses Ereignis zum Anlass nehmen, um zuvor am 4. November bei der Großdemo ein Zeichen gegen die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels und die Untätigkeit unserer Regierung zu setzen.

Gemeinsam mit dem Bus zur COP23-Großdemo!

Anfang November 2017 findet die alljährlich Klimakonferenz der UN, "COP 23", statt. Dort sollen weitere Maßnahmen gegen den fortschreitenden Klimawandel besprochen und hoffentlich auch beschlossen werden. Dieses Treffen wird in Bonn stattfinden, nicht weit entfernt vom Rheinischen Braunkohlerevier, das neben dem Revier in der Lausitz die größte CO2-Dreckschleuder in Europa ist.

Der Pariser Klimagipfel 2015 beschloss, die Klimaerwärmung möglichst auf 1,5°C zu begrenzen. Doch die damals aufgestellten Selbstverpflichtungen der Staaten reichen nicht aus, um dieses Ziel zu erreichen, und stehen zudem meist nur auf dem Papier. Es ist eher damit zu rechnen, dass die Menschheit in den nächsten Jahrzehnten einen Temperaturanstieg um 3 bis 4 Grad bewältigen muss.

Um das in Paris beschlossene Klimaziel doch noch zu erreichen, ist u.a. ein Ausstieg aus der Kohlenutzung erforderlich, die heute hauptsächlich zur Stromerzeugung Verwendung findet. Denn Kohle setzt bei der Verbrennung sehr viel CO2 frei. Die deutsche Politik, die sich gerne als Klimaschutz-Vorreiter aufspielt, ist weit von konkreten Plänen zur Umsetzung ihres Klimaschutzziels (40% CO2-Reduktion bis 2020, 70% bis 2040) entfernt und unternimmt leider alles andere, als einen konsequenten Ausstieg aus der Kohleverstromung einzuleiten. Wirkungsvolle Klimaschutzmaßnahmen sind in den vergangenen Jahren immer wieder gescheitert, z.B. 2016 durch Wirtschaftsminister Gabriel mit seinem Industrierabatt. Seit längerer Zeit stagniert der Treibhausgas-Ausstoß in Deutschland. Für 2017 wird sogar damit gerechnet, dass er wieder ansteigt. Wirkliche Fortschritte zur CO2-Reduzierung sind also weder bei der Stromerzeugung noch beim Verkehr oder in der Landwirtschaft zu verzeichnen. Im Gegenteil: bei den regenerativen Energien wie z.B. Wind- oder Solarstrom werden zusätzliche Hürden aufgestellt, so dass ein schneller Umstieg bewusst verzögert wird. 

Hamburg ist ein Paradebesipiel für verfehlte Klimapolitik: In Moorburg ging 2015 eines der größten Steinkohlekraftwerke Europas in Betrieb. Das von Vattenfall betriebene Werk bläst jedes Jahr allein rund 8,5 Millionen Tonnen CO2 in die Luft. Diese Anlage, mit der 1.730 Megawatt elektrische Leistung erzeugt werden kann – rund 90% des Hamburger Stromverbrauchs – „steht sinnbildlich für eine verfehlte Energiepolitik weit über Deutschland hinaus", so BUND-Vorsitzender Hubert Weiger. Mit solchen Kolossen reduziert die Stromwirtschaft die Möglichkeit, erneuerbar produzierten Strom ins Netz einzuspeisen, denn schwerfällige Kohlekraftwerke können, wenn ausreichend Strom aus Sonne und Wind zur Verfügung steht, kurzfristig ihre Leistung nicht reduzieren: "Als klimaschädliches, viel zu unflexibles Kraftwerk [...] verstopft [Moorburg] ausgerechnet im windreichen Norden die Netze für die Erneuerbaren Energien", so Weiger weiter.

Hinzu kommt: Auch beim Thema Fernwärme könnte das KKW Moorburg zukünftig eine rückwärtsgewandte Rolle spielen. Bei der Suche nach einer Alternative für das marode Heizkraftwerk in Wedel bevorzugt die Umweltbehörde aktuell die sogenannte "Südvariante": Das würde den Neubau einer Fernwärmetrasse unter der Elbe bedeuten - und letztlich die Einbindung Moorburgs in die Hamburger Fernwärmeversorgung. Der BUND Hamburg setzt sich stattdessen für eine "Nordvariante" ein, um möglichst schnell aus Wedel auszusteigen, ohne Moorburg als Ersatz zu etablieren. 

Der BUND Hamburg fordert: Einen schnellen und sozialverträglichen Kohleausstieg und eine entschlossene und gerechte Klimapolitik! Kohlekraftwerke abschalten!

In diesem Sinne wollen wir unsere Forderungen an die neue Bundesregierung massenhaft auf die Straße tragen. Alle Menschen, die unser Anliegen teilen, rufen wir auf: Beteiligt Euch am 4. November an der Demonstration in Bonn, so dass unsere Forderungen unüberhörbar werden!

Außerdem wird es einen mehrtägigen BUND-Aktionscampus geben. Er wird bereits am 2. November in Bonn starten, nähere Informationen dazu gibt es hier.

BUND-Bestellkorb