Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

BUND-Landesverband Hamburg

Feierabend in den Elbsandwiesen

Ganz in Hamburgs Osten wartet ein abwechslungsreicher Spaziergang rund um die Elbe auf alle Endecker und Genießer.

So geht es

So unbekannt das kleine Naturschutzgebiet ganz im Osten von Hamburg ist, so sehr lohnt sich ein Besuch vor Ort. Auf einem wunderbar abwechslungsreichen Spaziergang finden sich Wald, Trockenrasen und die Elbe zu vielen unterschiedlichen, kleinen Naturschätzen zusammen. Neben bunter Flora und Fauna ist auch für Freunde der Geschichte einiges geboten.

Diese Tour zum selbst Entdecken gibt dir Tipps und Hinweise zum Gebiet und zu Stellen, wo du vielleicht die Augen besonders öffnen solltest.

Damit es nicht zu langweilig wird und um auch wirklich alle eure Sinne anzusprechen, stellen wir euch zusätzlich eine Aufgabe: Die Natur hier vor Ort ist so bunt wie sie schön ist. Findest du unterwegs folgende Farben?

► Lila? Rot? Braun? Gelb? Grün? Weiß? Violett?

Versuche es zunächst mit Pflanzen. Ist dir das zu einfach, kannst du dich auch an den tierischen Bewohnern versuchen. Ob im Kopf gespeichert, künstlerisch auf Papier gebannt oder für die Ewigkeit auf der Linse deiner Kamera festgehalten.

Wir freuen uns auf deine Ergebnisse.

Die Karte

So oder so ähnlich könnte deine Tour aussehen. Diese Rundtour sind ca. 7 km auf befestigten Wanderwegen und am Deich entlang. Aber egal ob du diesen oder einen anderen Weg durch das Gebiet wählst, es lohnt sich auf jeden Fall.

Start und Ziel

Bushaltestelle Borhorst (Linie 228 oder Linie 120)

Dauer

Mindestens 2,5 h vor Ort

Wissenswertes

Borghorster Elblandschaft

Direkt hinter dem 1970 neu erbauten Altengammer Hauptdeich liegt das Naturschutzgebiet Borghorster Elblandschaft.

Hinter diesem Naturschutzgebiet versteckt sich gleich ein ganzer Schutzgebietskomplex. Außer den Binnendünen und den angrenzenden Elbwiesen gehört auch noch ein Teil der direkt im Strom der Elbe liegenden Insel zum Hamburger Naturschutzgebiet. Auf der schleswig-holsteinischen Seite steht das Gebiet ebenfalls unter Schutz.

Seit 1955, mit dem Bau der Geesthachter Schleuse, ist das Gebiet der natürlichen Dynamik eines Flusstales entzogen worden. Seitdem ist es nicht mehr dem direkten Hochwasser der Elbe ausgesetzt, so dass beispielsweise kaum noch offene Standorte auf natürliche Weise entstehen können.  Um die wertvollen Lebensräume zu sichern, werden durch Pflegemaßnahmen, wie Gehölzentnahmen, Beweidung und Mahd die vollständige Bewaldung der offenen Flächen verhindert.

Wald und Wiesen

Zum Teil bereits sehr alte Eichen- Birken- und Kiefernbestände sind auf dieser Runde zu entdecken. Besonders wertvoll sind hier sicherlich die Reste des Hartholzauwaldes, der gleich zu Beginn auf der linken Seite des Weges aus knorrigen Eichen besteht. Viel dieses Waldes ist leider forstlichen Ordnungsmaßnahmen zum Opfer gefallen. Die Wiesen auf der anderen Seite des Wegen wurden bereits früher als Heuwiesen oder zum Beweiden der Tiere genutzt, da das Elbehochwasser für ausreichend Nährstoffe sorgte.

Im weiteren Verlauf zeigen sich insektenreiche Trockenrasen und natürliche Übergänge von offenen Bereichen zu Gehölzen, die optimale Lebensräume für die Vogelwelt bieten. Wegen der seltenen Arten, die hier vorkommen, wie zum Beispiel dem Neuntöter, ist das Gebiet auch als Vogelschutzgebiet ausgewiesen.

Binnendünen

Nach der letzten Eiszeit wurden im Elbe-Urstromtal abgelagerte Sande durch abfließendes Wasser zu Dünen aufgelagert. Von den nahen Boberger Dünen besser bekannt, entwickelten sich auch hier Sanddünen, die heute noch bis zu 20m hoch sind. Auf dem besonderen Boden entstand eine abwechslungsreiche Landschaft, die speziellen Bewohnern, wie zum Beispiel der Zauneidechse oder zahlreichen Heuschreckenarten, ein Zuhause gibt. 

Neben den tierischen Bewohnern, zieht der nährstoffarme Boden und die für norddeutsche Verhältnisse große Wärme auch viele besondere Pflanzenarten an, wie z.B. den Wiesen-Gelbstern.

Munitionsfabrik

Nicht nur ökologisch, auch geschichtlich hat das Gebiet eine Menge zu bieten. Reichskanzler Bismarck verpachtete das Areal 1876 an einen süddeutschen Pulverfabrikanten. Die „Düneberger Pulverfabrik“ produzierte Schwarzpulver und Treibladungen und wurde im zweiten Weltkrieg erweitert bis sie über 4,5 km2 einnahm.

Ein großer Teil der Arbeiter bestand zu dieser Zeit aus Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen und kam aus umliegenden Lagern, wie etwa dem KZ Neuengamme.

Nachdem nach ein schwerer Luftangriff 1945 die Produktion beendete und die Alliierten die Fabrik beschlagnahmten, wurden die meisten Gebäude gesprengt. Heute besiedeln Pflanzen und Tiere die restlichen Ruinen, die sich noch immer quer durch das Gebiet ziehen.

Tidegebiet

Der aktuelle Leitdamm an der Elbe wurde 1970 gebaut und sperrt die Tide aus dem Gebiet aus. Zwischen den Steinschüttungen am Ufer finden sich zahlreiche typische Arten, doch das eigentlich Spannende ist,das 2017 im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme wieder geöffnete Durchlassbauwerk. Es lässt kontrolliert Ebbe und Flut ins Gebiet und schafft so neue Wattflächen und tidetypische Vegetationsformen hinter dem Deich.

Nicht alle Bewohner profitieren jedoch von dieser Neuerung. Die lokal ansässige Biber-Familie muss seit der Öffnung mit den regelmäßigen und starken Wasserstandsschwankungen kämpfen. Biber sind keine Tide-Bewohner, doch wie Beobachtungen zeigen, passen sich die Tiere in diesem Gebiet der neuen Situation scheinbar bestmöglich an.

Impressionen von Unterwegs

Farben-Ralley

Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, die oben gestellte Aufgabe ebenfalls in Angriff zu nehmen. So vielen schönen Farben auf der Strecke konnten wir nicht wiederstehen.

Hier findest du die Bilder, die unsere Runde ergeben hat. Was hast du gefunden?

Gern zeigen wir an dieser Stelle auch dein Ergebnis. Was du dafür tun musst?

Schreib uns

BUND-Bestellkorb